Stadthallenbad: Umbau auf Hochtouren

Das Architektur-Juwel von Roland Rainer wird saniert: Für 17 Millionen Euro soll das modernste Bad Österreichs entstehen.

Das 1974 eröffnete Stadthallenbad wird derzeit generalsaniert. Seit Mai 2010 wird daran gearbeitet, das Architekturdenkmal Roland Rainers in ein Schwimmzentrum mit modernster Technik zu verwandeln. "Mit der Generalsanierung sichern wir langfristig den Fortbestand des Wiener Stadthallenbades als Leistungszentrum für den heimischen Schwimmsport." erklärte Wiens Sportstadtrat Christian Oxonitsch bei der Besichtigung der Baustelle. 

Klicken Sie ins Bild um fortzufahren! Mit rund 400.000 BesucherInnen im Jahr erfreut sich das Stadthallenbad großer Beliebtheit. Insgesamt werden rund 17 Millionen Euro investiert, um das Stadthallenbad wieder zu einem der modernsten Hallenbäder Österreichs zu machen. Mit der Generalplanung beauftragt wurde das Architekturbüro "driendl*architects". Besonders wichtig bei der Sanierung ist die Erhaltung des Architektur-Juwels von Roland Rainer. Denn immerhin steht das Wiener Stadthallenbad seit März 2010 auch unter Denkmalschutz. "Ganz im Sinne Roland Rainers führen wir die Generalsanierung mit größtem Respekt gegenüber der historischen Gebäudesubstanz durch", erklärt Arch. Mag. arch. Georg Driendl, Generalplaner für die Umbauarbeiten. Vor Baubeginn wurde eine detaillierte Bestandsaufnahme aller Räume, Installationen und Einrichtungen gemacht. Mittels zahlreicher Analysen wurde geklärt, in welcher Form die Boden- und Wandbeläge gestaltet werden müssen, welche Farben gewählt werden können oder wie die Brüstungen ausgeführt sein müssen. Das Bundesdenkmalamt hat gemeinsam mit dem Generalplaner einen umfangreichen Katalog mit Auflagen erstellt. Dabei wird nicht nur Rainers Architektur erhalten, sondern teilweise wird sogar der ursprüngliche Zustand aus den 70er Jahren wieder hergestellt. Teile der Fassaden, Treppen, Stahlstützen, Tribünen, Wandflächen, Säulen sowie der Beckenaußenwände werden rekonstruiert. Auch Rainers Farb- und Materialkonzept wird konsequent beibehalten. Künftig wird im neuen Wiener Stadthallenbad der gesamte Bade- und Normalbetrieb über den neuen Haupteingang in der Hütteldorfer Straße abgewickelt. Der bisherige Haupteingang am Vogelweidplatz wird nach der Generalsanierung zum exklusiven Eingang für Sportler, Presse und Sportbetreuung umfunktioniert. Das Wiener Stadthallenbad ist nicht nur eines der beliebtesten Bäder in Wien, sondern auch eines der wichtigsten Zentren für den Schwimmsport in Österreich. Für Training und Wettkampf werden daher moderne Absprungsockel an den Beckenrändern eingebaut und Adaptionen am Sprungturm vorgenommen. Auch vor der Technik macht die Sanierung nicht halt. Die Schwimmbecken werden nach aktuellen hygienischen Ansprüchen in Sachen Durchströmung und Wasserhydraulik adaptiert. Die Idee der sogenannten "finnischen Rinne" wird beibehalten. Zum einen sichert sie die optimale Durchströmung des Wassers, zum anderen wird dadurch der Wasserspiegel im Becken - wie von Rainer ursprünglich konzipiert - dem Niveau des Fliesenbodens angeglichen. Das generalsanierte Stadthallenbad wird sich auch durch komplette Barrierefreiheit auszeichnen. Dazu werden zwei behindertengerechte Liftanlagen, Duschen, WC-Anlagen und Garderoben eingebaut. Für eine bessere Orientierung im komplexen Raumprogramm des Stadthallenbades, werden Sicherheitseinrichtungen und Fluchtwege optimiert.
(apa / ce) Erstellt am
Posts anzeigen
Posts schließen
Melden Sie den Kommentar dem Seitenbetreiber. Sind Sie sicher, dass Sie diesen Kommentar als unangemessen melden möchten?