Öko-Design von David Trubridge

Nachhaltigkeit ist für David Trubridge nicht nur ein Wort, sondern eine Lebenseinstellung. Der Designer sprach mit IMMO über den Trend, grün zu sein.

David Trubridge, ein in Neuseeland beheimateter Designer, hat es auf eins abgesehen: auf Holz. Das biegt er zurecht, schneidet, schnitzt und fräst es - so lange, bis sich daraus ein Möbelstück ergibt, das in Einfachheit und Funktionalität kaum zu übertreffen ist. IMMO bat den Ausnahme-Designer zum Gespräch und der erklärte neben seiner Philosophie auch mögliche positive Auswirkungen der Rezension. 

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Im Bild: Hängematten-Feeling am Boden: Liege "Sling" kann drinnen und draußen benutzt werden. IMMO: Nachhaltigkeit und Öko-Design sind in den letzten Jahren zu Modeworten geworden. Stört Sie das oder freut es Sie?
David Trubridge: Die Tatsache, dass Unternehmen darauf setzen, bedeutet, dass sie wissen, das es wichtig ist. Viele Firmen bemühen sich wirklich und machen gute Produkte. Andere nehmen sich aber leider nur einen kleinen Aspekt heraus und sagen: Schaut her, wir verwenden Holz, deshalb sind wir total grün, obwohl der Rest ganz und gar nicht grün ist. David Trubridge: Entweder Nachhaltigkeit ist dir wichtig oder nicht. Was ich etwa hier auf der Möbelmesse besorgniserregend finde, ist der enorme Aufwand, der betrieben wird. Ich habe unzählige Lkw-Ladungen mit Materialien ankommen sehen, die sicher nicht vom letzten Jahr recycelt worden sind. Die werden für eine Woche aufgebaut und dann weggeworfen. 

Im Bild: Von der Natur inspiriert ist der "Spiral Island Seat", den es in unterschiedlichen Farben gibt. Es gibt also keinen ehrlichen Wandel in der Design-Branche?
Ich glaube, dass es in der Welt einen echten Wandel gibt. Viele Menschen beginnen sich für ökologische Produkte zu interessieren. Nur deshalb versuchen die Firmen auch darauf zu setzen. Die Design-Welt greift das Thema aber nur sehr langsam auf.

Im Bild: Filigraner Schaukelstuhl "Ruth" mit Hocker aus gebogenem Kiefernholz. Wie definieren Sie Nachhaltigkeit?
Viele Materialien, die wir heute verwenden, werden in 50 Jahren ausgeschöpft sein – es wird kein Silber, Gold oder Zink mehr geben. Das kann nicht nachhaltig sein. 

Im Bild: Hängelampe "Kina" aus Bambus gefertigt. Mit Bausatz zum selbst zusammenstecken. David Trubridge: Man müsste Produkte entwerfen, bei denen alle diese Rohstoffe wiederverwendet werden können. Ich behaupte nicht, dass alles, was ich tue, nachhaltig ist, aber ich versuche, Wege zu finden, um mein Unternehmen Stück für Stück noch ein bisschen ökologischer zu machen.

Im Bild: Gebogenes Kiefernholz wird zum Sitzmöbel "Nananu" Man sagt, in Krisenzeiten setzen die Menschen stärker auf wahre Werte. Steht uns also eine Renaissance der „echten“ Materialien bevor?
David Trubridge: Ich hoffe es. Die Krise hat die Menschen gezwungen, stärker zu überlegen, welche Werkstoffe sie verwenden. Aber zugleich gibt es eine Rezession, die uns dazu zwingt, sehr ökonomisch zu denken. Leider sind die ökologischeren Materialien auch die teureren, da gibt es also einen Kampf zwischen den beiden Ansprüchen. 

Im Bild: "Bow Bench", aus geöltem, roten Buchsperrholz gefertigt. David Trubridge: Für den Planeten ist es sicher eine gute Sache, dass es eine Rezession gibt, weil weniger Dinge produziert, benutzt und weggeworfen werden.

Im Bild: Hängelampe "Floral", ebenso aus Bambus. Erhältlich in unterschiedlichen Farben, wird geliefert als Steckset zum selbst zusammenbauen. Mit Ihren Entwürfen wollen Sie kommunizieren. Was sollte die Installation "Ikarus" dem Besucher in Mailand vermitteln?
David Trubridge: Ich erzähle gerne Geschichten und möchte die Menschen dadurch auf einer emotionalen Ebene ansprechen. Diesmal geht es um die Geschichte des Ikarus aus der griechischen Mythologie: Wir haben heute die Technologie, um zu fliegen. 

Im Bild: Ein tiefschwarzer Raum, filigrane Lampen-Bälle und das Leucht-Element "Wing", das sich in seiner Form irgendwo zwischen Delfin und Wolke einordnet. David Trubridge: Wenn wir uns aber davontragen lassen, zu viel und zu weit hinaus wollen, wird die Sonne zu heiß und wir werden abstürzen. Wenn wir aber wissen, wann es genug ist, wird uns nichts passieren. Jetzt gilt es, die richtige Balance zu finden.

Im Bild: Die Installation "Ikarus", die David Trubridge im Rahmen der Möbelmesse in Mailand zeigte, sorgte für mystische Stimmung inmitten der Design-Hektik. David Trubridge Design
Eigentlich hatte David Trubridge Schiffsbau studiert, konnte sich aber nach seinem Abschluss nicht vorstellen, den Beruf auszuüben. Während er als Teilzeit-Förster in Nordengland arbeitete, entdeckte er die Liebe und das Talent zum Möbeldesign. Inspiriert von Formen der Natur entwirft Trubridge Sitzmöbel, Leuchtobjekte oder Accessoires, die ressourcenschonend und ökologisch hergestellt werden.

www.davidtrubridge.com
(ce) Erstellt am
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