Mut zum Mustermix: Tipps von Tricia Guild

Die Textildesignerin Tricia Guild ist eine der berühmtesten Einrichtungsexpertinnnen. In ihrem neuen Buch zeigt sie, wie man Muster gekonnt mixt.

Pfefferminz, Salbei, Apfel, Zitronengras oder Moos: Je nach Tonlage kann die Farbe Grün einen Raum frischer, friedlicher, geheimnisvoller oder gemütlicher erscheinen lassen. Man muss nur genügend Mut aufbringen und die gewohnten, sicheren Weißzonen verlassen. 

Einrichtungs-Profi Tricia Guild verrät simple Tricks zur richtigen Farbwahl und zeigt, wie der Mustermix gelingt! Klicken Sie ins Bild um fortzufahren "Ich verwende viel Grün und mag es sehr gerne", sagt Tricia Guild. "Für mich ist es eine neutrale Farbe, sie stammt ja aus der Landschaft. Man kann sie mit den meisten Farben mixen. Und ein kleines bisschen Grün wirkt wie Blätter in einem Raum." Deutlich mehr Mut muss man dann schon aufbringen, wenn man Grün, Blau oder Rot so einsetzt, wie das die bekannte Designerin mit Vorliebe tut: Tricia Guild mixt Farben und Muster zu lebendigen, fröhlichen und kraftvollen Potpourris. Die Kombinationen sind überraschend, modern und trotzdem harmonisch. In ihrem soeben erschienenen Buch Style (DVA Verlag) präsentiert Guild einmal mehr ihr seltenes Gespür für Farben und Muster. "Es gibt keine Regeln, denn man darf sie immer auch brechen", lautet einer ihrer Leitsätze. Aber auch wenn es keine Regeln gibt – welchen Gesetzen folgt der Einrichtungsstil von Tricia Guild?

Wir verraten die besten Tipps zum Thema Wohnen aus ihrem neuen Buch: 1. Kräftige Farben
Satte Farben werden heutzutage in historischen Gebäuden eher selten eingesetzt. Allzu leicht fühlt man sich von antiker Täfelung und edlem Stuck eingeschüchtert und meint, solchen Elementen durch zurückhaltenden Umgang mit Farbe Respekt erweisen zu müssen. So etwas kann allerdings schnell langweilig und einfallslos wirken. Brechen Sie also mit alten Traditionen! 2. Schlafzimmer
Das kleinste Schlafzimmer kann durch liebevoll ausgesuchte Textilien zu einem wunderbaren Ort der Erholung und des Träumens werden. Entscheiden Sie sich für eine Grundfarbe und beziehen Sie alles in die Gestaltung mit ein – also Vorhänge, Wände, Tagesdecke und Kissen. 3. Kontraste
Kleine Kontrapunkte beleben jede Ansicht: In einem in Wassertönen gehaltenen Raum kann eine Vase in Mohnblumenrot oder Pink für
den nötigen Kick sorgen. 4. Mustergröße beachten
Wenn Sie in einem Haus oder in einer Wohnung Muster verwenden: Achten Sie einer harmonischen Gesamtwirkung zuliebe darauf, dass die Hauptmuster in allen Räumen eine ähnliche Größe haben. 5. Klares Design
Ein dramatisches Setting verlangt ausdrucksstarkes, schlichtes Design: In einem Haus am Meer sind klare, für sich stehende Farben meistens besser als Muster. 6. Das Esszimmer
Esszimmer wirken etwas starr und förmlich, wenn sie nicht regelmäßig benutzt werden. In einem modernen Landhaus habe ich daher ein Ambiente geschaffen, in dem man sich gerne auf einen Drink niederlässt oder in einem Buch schmökert. 7. Veränderung
In meinem eigenen Stadthaus in London verändere ich selten die Einrichtung. Aber ich tausche regelmäßig die Stoffe aus. Natürlich nicht alle auf einmal und auch nicht ständig, aber ich experimentiere damit. Manche Dinge verändere ich auch einfach aufgrund der Jahreszeiten. Ich tausche die Accessoires aus – nehme etwa die Teppiche weg, die auf den Stein- und Holzböden liegen, wenn draußen schönes Wetter ist. Seit vierzig Jahren leitet sie gemeinsam mit ihrem Bruder das Unternehmen Designers Guild. Längst ist der Firmenname zum geflügelten Wort – einer eigenen Stilbezeichnung in der Welt der geschmackvollen Interior-Gestaltung – geworden. Mit ihren Experimenten zählt Tricia Guild zu den Vertretern einer postmodernen, farbenfrohen Welt – und steht damit im krassen Gegensatz zu den Anhängern eines in Weiß, Grau, Beige und Schwarz gehaltenen Minimalismus-Chics. Wer sich für Stoffe von Guild entscheidet oder gar die Meisterin selbst als Innenarchitektin engagiert, der bekommt starke, aus britischer Tradition heraus geborene, Lebensfreude. Gestreifte Fauteuils kommunizieren in den von ihr eingerichteten Räumen mit geblümten Vorhängen und werden darüber hinaus noch mit Kissen in einer Komplementärtönung in Szene gesetzt. Chromophobie (Angst vor Farbe) nennt sich ein Buch des britischen Künstlers und Essayisten David Batchelor. Er schreibt darin: "Reines Weiß ist mit Sicherheit ein Problem der westlichen Welt, von dem wir nicht loskommen." Auch der Architekt Le Corbusier meinte, dass Farbe etwas für Bauern und Wilde sei.

Die Trendsetter unter den Interior-Experten bewiesen in den vergangenen Jahren oft das Gegenteil: Auch die Lebenslust von Stadtmenschen ist bunt.
(Claudia Elmer) Erstellt am
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