Members only: Wohnbauprojekt für Superreiche

René Benko ist einer der erfolgreichsten Immobilien-Investoren des Landes. Er realisiert in Italien ein privates Wohnbauprojekt für Superreiche. IMMO hat den milliardenschweren Unternehmer am Gardasee getroffen.

Er ist erst Anfang dreißig, hat aber allein in diesem Jahr bereits eine Milliarde Euro in Immobilien investiert. Der Tiroler René Benko macht gerade durch seine Aktivitäten in der Wiener Innenstadt von sich reden. In seiner Biografie wird man keine Verweise auf Auslandssemester an anerkannten Instituten oder Hochschulstudien finden. Denn seine Karriere startete er Anfang 20 mit der Entscheidung, seine Schulausbildung an der Handelsakademie abzubrechen, um gemeinsam mit Freunden Dachböden auszubauen. Sukzessive erwarb und errichtete Benko zahlreiche Gewerbeimmobilien in Toplagen. Der Wiener Bürokomplex Rivergate etwa wurde mit dem GreenBuilding-Zertifikat der EU und im März 2010 als erstes Haus Österreichs mit dem U.S.-LEED-Zertifikat ausgezeichnet und erhielt damit sogar Gold-Status. Auch exklusive Topadressen in Fußgängerlagen wie etwa dem Wiener Kohlmarkt und Graben gehören mittlerweile zu Benkos Portofolio. So gehört seinem Unternehmen das Haus indem sich der Meinl am Graben befindet, das Bawag-Gebäude auf der Tuchlauben und die ehemalige Zentrale der Länderbank Am Hof. 

IMMO traf den Tycoon am Gardasee und sprach mit ihm über sein neues Mammutprojekt. IMMO: Mit dem Projekt Villa Eden haben Sie nun erstmals auch ein privates Wohnbauvorhaben in Angriff genommen. Wie kam es zu dieser Entscheidung?

René Benko: Ich bin zufällig über meinen italienischen Steuerberater auf das Grundstück aufmerksam geworden. Dieser ist einer Gruppe Südtiroler Projektentwickler zur Seite gestanden, die über hundert kleine Wohnungen errichten wollten. Eigentlich unpassend für die Qualität des Areals. Hier gibt es keinen Massentourismus, ein überdimensionaler Wohnkomplex würde hier nicht wirklich dazupassen. Sämtliche Genehmigungen wurden zwar eingeholt, doch das Projekt wurde nie realisiert. Diese Chance habe ich genutzt und das Grundstück auch erworben. Die Villen haben einen Verkaufswert von rund zehn Millionen Euro. Wodurch lassen sich derartige Preise rechtfertigen?

Die Einzigartigkeit, denn es gibt auf diesem hochwertigen Niveau keine vergleichbaren Projekte. Jede einzelne Villa bietet eine Wohnfläche zwischen 750 und 1200 Quadratmetern an. Kaufkräftige Klienten wollen Unikate. Kein Haus sollte dem anderen gleichen. Deshalb wollte ich hochwertige Entwürfe von renommierten Spitzenarchitekten realisieren und keine Massenware anbieten. Zusätzliche Serviceleistungen wie Reinigungs-, Wäsche-, Gärtner- oder Concierge-Services ist man aus dem Bereich der Fünf- und Sechssternehotellerie gewohnt. Diesen Komfort sind die künftigen Villeneigentümer gewohnt und werden ihnen auch hier wieder finden. Projekte wie dieses verstärken auch die Zweiklassenentwicklung. Viele Kritiker sind der Meinung, dass in solchen Fällen die kulturelle und öffentliche Verantwortung zu kurz kommt. Wie stehen Sie dazu?

Mit Großprojekten, wie etwa der Villa Eden oder auch den Wiener Bankzentralen, wird man natürlich stark in diesem Segment wahrgenommen. Trotz alldem glaube ich, dass ich persönlich einen hohen ethischen Zugang zum Thema Kulturelles und Soziales habe. Ansonsten wäre das Bank Austria Kunstforum heute zugesperrt. Würde ich nur nach dem Maximierungsgedanken des Superkapitalisten gehen, hätte ich das Museum geschlossen, einen 20-Jahres-Vertrag mit einem internationalen Modelabel unterzeichnet und damit Top-Mietpreise realisieren können. Ich habe mich bewusst dagegen entschlossen. Wir unterstützen vor allem kinder- und jugendorientierte Initiativen, das ist für mich selbstverständlich. Sie haben für das Projekt namhafte Architekten wie David Chipperfield, Richard Meier oder Matteo Thun engagiert. Wie wichtig ist Ihnen Architektur?

Neben der Toplage ist die Baukunst ein wesentlicher Bestandteil, um dauerhafte Werte zu schaffen. Wenn man glaubt, am Anfang sparen zu müssen, kann der Schuss schnell oder mittelfristig nach hinten losgehen. Das gilt für die Architektur, aber auch für nachhaltige Gebäudetechniken. Es ist aber klar, dass ich nie für eine Gewerbeimmobilie 3000 Euro/m² nur allein für die Materialien investieren würde. Kann man sich künftig von Signa weitere private Wohnbauprojekte erwarten?

Eher nein, da es doch sehr viel Zeit beansprucht. Für uns ist es effizienter, große Immobilien zu erwerben, mit denen man schnell wieder weiterarbeiten kann. Das Unternehmen

Signa wurde im Jahr 1999 gegründet. Die auf Immobilien spezialisierte Unternehmensgruppe umfasst mittlerweile vier Geschäftsbereiche. Dazu gehören neben der Signa Development Signa RECAP, Signa Property Funds und die Signa Prime Selection. Die Mehrheit hält noch immer Gründer René Benko.
Vor zwei Jahren verkaufte er 49 Prozent seiner Gruppe an den griechischen Reeder George Economou. Projekt – "Villa Eden"
Die Signa Unternehmensgruppe plant im italienischen Gardone ein Luxusvillen-Resort. Investitionssumme: 65 Millionen Euro

Auf einer Grundstücksfläche von über 78.000 Quadratmetern soll im italienischen Ort Gardone direkt am Gardasee die exklusive Luxuswohnanlage "Villa Eden" entstehen. Villen, Penthäuser, ein Landmark Building und ein Clubhouse können schon bald für kaufkräftige Eigentümer zum Feriendomizil werden. Für die einzelnen Entwürfe wurden Stararchitekten wie David Chipperfield, Richard Meier und Matteo Thun engagiert. Wobei man vor allem großen Wert auf unterschiedlich gestaltete Häuser legte, um Unikate anbieten zu können. 

Im Bild: Ein Entwurf von Sphere Die zu realisierende Anlage besteht aus acht Gebäuden und dem Clubhouse, indem sich auch fünf Design-Apartments befinden werden. Ein Wellnesszentrum mit Spa, eine Beautyfarm, ein Restaurant und eine Bibliothek mit einem 
"Cigar-Room" sollen hier den künftigen Eigentümern sämtliche Annehmlichkeiten eines Fünf- oder Sechssternehotels bieten können. 

Im Bild: Ein Entwurf von Matteo Thun Eine einheitliche Landschaftsgestaltung durch den international renommierten Gartenarchitekten Enzo Enea soll das gesamte Grundstück in ein parkähnliches Naturparadies verwandeln.
Der Baubeginn ist Ende 2011/Anfang 2012 geplant. Der Verkaufswert der Villen wird zwischen 10 und 15 Millionen Euro beziffert.

www.villa-eden-gardone.com

Im Bild: Ein Entwurf von David Chipperfield
(KURIER) Erstellt am
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