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Wohnen
03/24/2019

Grünes auf der Fensterbank: Tipps für den Sprossenanbau

Sprossen gelten als das neue Superfood. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für die Vitaminträger.

von Julia Beirer

Sie sind in der Haubenküche angekommen, voller Vitamine, kinderleicht anzubauen und brauchen dafür kaum Platz: Sprossen, Keime und Mikrogemüse (wie Feldsalat, Rucola, Spinat, Anm.). Folko Kullmann stellt die neuen Superfoods in seinem Buch „Sprossen, Microgreens & Co.“ vor und liefert auch gleich eine Anleitung für den Anbau mit. Die guten Nachrichten gleich vorweg: Weder viel Zubehör noch ein grüner Daumen sind für die Anzucht vonnöten.

Schritt 1

Die Samen der Grünsprossen (Linsen, Erbsen, Bohnen) über Nacht in Wasser einweichen

Schritt 2

Eine Handvoll Blumenerde in eine Schale geben, sodass eine ein bis zwei Zentimeter Schicht entsteht

Schritt 3

Ein Spritzer  Wasser ist genug, um das Substrat anzufeuchten. Ansonsten schimmelt die Erde

Schritt 4

Die Samen in ein kleines Küchensieb geben und mit frischem Wasser gut durchspülen

Schritt 5

Die Samen auf die Erde streuen. Sie werden nach wenigen Tagen geerntet  und brauchen wenig Platz

Schritt 6

Zeitungspapier in Wasser einweichen und die Samen damit ein bis zwei Tage lang abdunkeln

Schritt 7

Drücken die Keimlinge das Papier hoch, kann es abgenommen werden und die Keimblätter entfalten sich

Schritt 8

Hängen die Sprossen schlapp nach unten, gut anfeuchten und in einem Plastiksack in den Kühlschrank stellen

Schritt 9

Sind die Sprossen groß genug, können sie mit einer Küchenschere abgeschnitten werden

Schritt 10

Samenhülsen an der Spitze der Keimblätter lassen sich mit kaltem Wasser leicht wegspülen

Sorten und Bedingungen

Keimsprossen, wie Soja- oder Mungobohnen, müssen beispielsweise zwei bis drei Mal täglich mit Wasser durchgespült werden.

Grünsprossen hingegen wachsen in der Erde und sind daher nicht auf Nährstoffvorräte aus den Samen angewiesen. Ihre Keimblätter sind bereits ausgebildet und der Geschmack ist intensiver als der von Keimsprossen. Trotzdem ist die Anzucht unkompliziert.

Bei der dritten Gruppe, dem Mikrogemüse, ernten die Hobbygärtner die Gemüsepflanzen bevor sie ausgewachsen sind. Sie schmecken besonders fein und haben eine zarte Struktur. Diese Keime werden in flachen Schalen oder Töpfen mit Blumenerde gesät. Sie brauchen sehr viel Licht und täglich einen Schluck Wasser. Gut geeignet sind Feldsalat, Kohlrabi und Mangold.

Was tun gegen Schimmel?

Ein häufig auftretendes Problem ist Schimmel. Er bildet sich, wenn die Erde zu nass war. In diesem Fall müssen Samen und Erde weggeworfen werden. Die Schale kann aber nach gründlicher Reinigung für den zweiten Versuch wieder verwendet werden.