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Wohnen
03/14/2019

Gemüsepflanzen vorziehen: Vom Samenkorn zur Ernte

Es ist zu früh, um empfindliche Gemüsepflänzchen ins Freien zu setzen, doch sie können auf der Fensterbank vorgezogen werden.

Für eine reiche Gemüseernte in den Sommermonaten erfolgt in den nächsten Wochen der Startschuss. Jetzt schon können Setzlinge aus Samen auf der Fensterbank oder im Gewächshaus vorgezogen werden.

1 Topf & Erde:

Für die Setzlinge braucht man kleine Töpfe aus Ton, sie können aber auch selbst hergestellt werden: Ein Eierkarton kann zum Beispiel leicht zu kleinen Töpfchen umfunktioniert werden. „Damit die Samen gut gedeihen, verwendet man am besten Anzuchterde“, empfiehlt Silvia Appel, Autorin von „Mein kreativer Stadt Balkon.“

2 Neue Erde und Töpfe:

Sind die Samen dann zu kleinen Pflänzchen mit drei bis vier Blättern herangewachsen, ist es Zeit, sie zu vereinzeln. Nur so können sie gut weiterwachsen und behindern sich nicht gegenseitig beim Wachsen. Konkret geht es darum, zu dicht stehende Setzlinge auf mehrere Töpfe – dafür eignen sich zum Beispiel Joghurtbecher– zu verteilen. Die Anzuchterde ist nun nicht mehr geeignet, für die nächste Stufe verwendet man Blumenerde.

3 Pikieren:

Beim Prozess des Vereinzelns hilft ein Pikierstab, aber auch das spitze Ende eines Pinsels. „Stechen Sie in den Topf und heben Sie das Pflänzchen behutsam heraus“, empfiehlt die Autorin. „Nehmen sie die Pflanze mit etwas Erde an den Wurzeln heraus.“

Mit dem Pikierstab wird eine Vertiefung in den mit Blumenerde gefüllten Tontopf gestochen und die Pflanze hineingesetzt. Dann wird die Erde leicht festgedrückt.

4 Gewöhnungsphase:

Nach einigen Tagen haben sich die Pflanzen vom Vereinzeln erholt. Damit sie keinen Kälteschock erleiden, können sie an warmen Frühlingstagen auf Balkon oder Terrasse gestellt werden, am besten an einen windgeschützten Platz im Schatten. Abends müssen sie aber wieder zurück in den Wohnraum, denn Frost überstehen die empfindlichen Setzlinge nicht. Auch direkt ins Freiland gesäte Samen müssen vereinzelt werden. Auch wenn es schwer fällt, sich von Pflänzchen, die zu viel sind, zu trennen: nur so erhält man starke und gesunde Pflanzen. Jene, die zuviel sind, müssen aber nicht auf den Kompost: die frischen Triebe machen sich gut auf jedem Salat.