Diskonthäuser unter 200.000 Euro

Individuelle Baukunst muss nicht teuer sein: Durchdachte Grundrisse und alternative Materialien senken Kosten. Wir zeigen drei Beispiele.

Ein von Architektenhand geplantes Haus oder doch eines von der Stange? Diese grundlegende Entscheidung sorgt bei vielen Bauherren schon im Vorfeld für schlaflose Nächte. Das Vorurteil, dass maßgeschneiderte Häuser mehr kosten als vergleichbare Fertigprodukte, hält sich hartnäckig. Diese Projekte treten den Gegenbeweis an und demonstrieren, dass man außergewöhnliche Baukunst auch schon unter 200.000 Euro realisieren kann. 

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Die Anforderung nicht mehr als 1000 Euro pro Quadratmeter auszugeben, konnte bei diesem Haus mit einem durchdachten Grundriss gewährleistet werden. Die Form eines Hauses beeinflusst ebenfalls das Budget. Gauben, Erker, Ecken oder Schrägen sorgen für eine Mehrbelastung. Eine kompakte Bauweise spart Geld. "Im Prinzip entscheiden immer die Ansprüche der Bauherren, wie teuer es wird. Wir haben hier versucht, möglichst rohe Materialien zu verwenden. Damit verleiht man dem Entwurf Charakter und spart gleichzeitig aber auch Kosten", so Architekt Robert Pfurtscheller. Für die Außenfassade wurden schwarz gestrichene OSB-Platten (Grobspanplatten) verwendet. Trotz der Hanglage stellte der Architekt das Haus nicht auf ein flächiges Sockelfundament, sondern setzte es auf Metallstützen. Neben der finanziellen Ersparnis wurde damit auch die Gestaltung interessant akzentuiert. Der Einsatz von schlichten Materialien zieht sich auch im Inneren fort. Decken und Wände wurden mit Fichtenholzlatten verkleidet, eine äußerst günstige Variante. Der Boden besteht aus Lärchenholzparkett. "Beim Grundriss habe ich die Zimmer mit unterschiedlichen Raumhöhen konzipiert. Mit 2,30 Meter wirken manche fast etwas gequetscht aber in Kombination mit dem Wohn- und Essbereich, der 4,50 Meter misst, ergibt sich ein spannendes und nicht beengendes Gefüge", so Pfurtscheller.

Bauskosten: 171.000 Euro 
Planer: Madritsch Pfurtscheller, Innsbruck
www.madritschpfurtscheller.at Einfamilienhaus in Feldkirchen a. D. Donau/OÖ
 
Die siebzigjährige Besitzerin dieses Hauses setzte bei der Gestaltung auf Holz und Beton. Entstanden ist ein barrierefreier Pavillion inmitten von Obstbäumen und weiten Feldern. Der rund 71 Quadratmeter große Innenraum besteht außer dem Badbereich aus einem einzigen Raum, welcher ausschließlich durch Möbel bzw. raumhohe Schiebetüren unterteilt ist. Dieses Raumgefüge erspart Kosten und sorgt für Großzügigkeit. Ein Tischlermeister hat die Wände wurden durch maßgeschneiderte Schränke aus einheimischem Nussholz ersetzt. Im "angedockten" Nebengebäude mit etwa 20 Quadratmeter Grundfläche sind Bad, Sauna, WC sowie der Technikraum untergebracht. Zu Beginn der Bauarbeiten wurde zunächst die Garage wie auch die daran anschließende "Tisch"- Konstruktion mit Dachplatte und Säulen in Sichtbeton ausgeführt. Erst danach wurden die Wände des Wohn- und Sanitärbereiches als reine Holzkonstruktion errichtet. 

Baukosten: 198.000 Euro
Planer: Gerhard Fischill, Linz
www.fischill-architekt.at Einfamilienhaus in Schardenberg/OÖ

Auf 160 Quadratmetern entstand ein kubischer Stahlbetonentwurf. Die weiße Außenfassade ist von großen Einschnitten durchbrochen. Mit einer brüstungslosen Terrasse ... ... und Fußböden aus poliertem Estrich konnten Ausgaben minimiert werden. An der Decke angebrachte Schaumstoffelemente, die normalerweise in Tonstudios verwendet werden, sind günstig und sorgen für eine optimale Akustik. 
 
Baukosten: 172.000 Euro
Planer: Friedl und Partner Architekten, Passau www.friedlundpartner.at Verlockende Fixpreis-Angebote scheinen oft günstig zu sein. Die Unkenntnis der Bauherren wird häufig ausgenutzt. Häuserübergaben ohne Treppen oder Anschlüssen an das öffentliche Strom- und Wassernetz sind leider keine Seltenheit. Wer jedoch den Weg zum Architekten wagt, der bekommt eine Garantie für eine bezugsfertige Übergabe – ohne bösen Überraschungen.
(ce) Erstellt am
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