© Andrew Phelps

Architektur
01/24/2015

Dezent und kraftvoll

Architektin Andrea Reichhold vom Büro Frohring-Ablinger realisierte in Oberösterreich ein Einfamilienhaus mit verschiedenen Ebenen und großzügigem Raumprogramm.

Zufall, Schicksal oder Fügung? Es wird wohl eine Mischung von allem sein, die dazu führte, dass dieser Entwurf letztlich in einem erfolgreichen Nachbarschaftsprojekt endete. Denn nebenan wohnt die Architektin Andrea Reichhold selbst. "Die Bauherren sind nach mir zugezogen, damals habe ich selbst noch gebaut. Als unser Objekt fertiggestellt war, sind sie an mich herangetreten, da ihnen Entwurf und Stil gefallen haben, ob ich bereit wäre die Planung ihres Hauses gemeinsam mit dem Architekturbüro Frohring-Ablinger zu übernehmen", erklärt Andrea Reichhold. Gesagt, getan.

Nachhaltige Raumaufteilung.

Nach einer Bauzeit von etwas mehr als einem Jahr entstand auf dem über 2000 Quadratmeter großen Grundstück für die vierköpfige Familie ein Haus mit 257 Quadratmeter Wohnfläche. "Eine der Anforderungen war, dass wir den Baukörper auf dem riesigen Areal so positionieren, dass man den Grund später teilen oder darauf ein weiteres Haus errichten kann", beschreibt die Architektin. Außerdem wünschten sich die Bauherren einen zweigeschoßigen Entwurf, der es ermöglicht, einen Teil des Raumprogramms unkompliziert als eigenständige Wohnung im Haus umzugestalten.

Optische Verlängerung.

Das Haus wurde auf der nordöstlichen Grundstücksbreite positioniert und präsentiert sich straßenseitig geschlossen. Auf den ersten Blick wirkt das Konzept als würde es aus übereinandergestapelten, lang gestreckten Riegeln bestehen. Das Bauvolumen im Inneren ist kompakt, doch der Clou ist, dass sich die Wände des Gebäudes auf beiden Seiten nach außen verlängern wie etwa auch bei der angrenzenden Terrasse: "Die Verbindung zwischen innen und außen war ein wichtiger Bestandteil der Planung. So entstand auch die Idee, die Innenwand aus dem Erdgeschoß nach außen zu verlängern und damit die Terrasse dreiseitig zu umschließen", erklärt Andrea Reichhold.

Die Weiterentwicklung der Gebäudehülle mündete auch in einer Überdachung für den Gehweg von und zur Terrasse. Der Hausvorsprung des oberen Stockwerks wird zum Vordach und schützt den Essbereich im Freien.

Natürliche Materialien.

Für den Bodenbelag im Außenbereich wählte man großformatige Betonplatten, die mithilfe eines Zusatzstoffes trotz der hellen Farbe blendfrei sind und im Sommer nicht heiß werden. Im Kontrast dazu stehen schwarze Metallsäulen auf der Terrasse sowie die pulverbeschichteten Aluminiumplatten, die an der Fassade im Untergeschoß angebracht wurden. Im Erdgeschoß befinden sich Nebenflächen wie Werkstatt, Garage und Abstellraum. Außerdem wurde hier ein offener Wohn-, Ess- und Kochbereich integriert. Die Küche jedoch lässt sich hier dank zweier raumhoher Schiebeelemente aus Milchglas je nach Belieben auf- und abschließen. In der oberen Etage wurden Eltern- und Kinderschlafzimmer mit je einem Bad untergebracht. "Zusätzlich dazu haben wir eine Dachterrasse eingeplant, die vom Bauvolumen komplett umschlossen wird und somit uneinsehbar ist. Durch Dachvorsprünge ist diese sogar teilweise überdacht", beschreibt die Architektin. Dem schlichten Farb- und Materialkonzept bleibt man auch im Innenraum treu. So wurde etwa nur heimische Eiche auf den Böden sowie bei der Verkleidung der Stiege verlegt. Die Einrichtung im Inneren passt sich dem äußeren Erscheinungsbild an und zeigt sich schlicht, dezent und modern.

2001 gründete Wolfgang Frohring mit Barbara Ablinger das Büro Frohring Ablinger Architekten in Wels. Bisher konnten sie zahlreiche Projekte im privaten und öffentlichen Bereich realisieren. 2009 erhielt das kreative Duo für den Neubau der Kiska GmbH in Anif den „Österreichischen Bauherrenpreis“ sowie den „Vis à Vis“-Preis für das Pfarrzentrum der Stadtpfarre Wels, welches ein Jahr später mit dem „Pilgram Preis“ ausgezeichnet wurde.

www.frohring.at

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