Wohnen 16.05.2018

Das möbel feiert seinen 20. Geburtstag

© Bild: dasmoebel

„Eine Melange und den Sessel zum Mitnehmen“, so lautet das Motto im „das möbel“.

Kein Tisch gleicht dem anderen, auch die Stühle sind komplett unterschiedlich. Von der Decke hängen Lampenschirme aus bordeauxroten Stofffransen, oder recyceltem Karton mit eingestanzten Mustern. Dass nichts und doch alles irgendwie zusammenpasst, macht den besonderen Charme vom Wiener Kaffeehaus „das möbel“ aus – und das bereits seit 20 Jahren.

Die Anfangsidee: Alte, neue und selbst gebaute Möbel in einem Kaffeehaus ausstellen und verkaufen. „Eine Melange und den Sessel zum Mitnehmen“, lautet das Motto. „Die ursprüngliche Idee haben wir aber noch vor der Eröffnung verabschiedet“, lacht Lothar Trierenberg. Der einzige der drei Gründer, der noch immer für das möbel brennt. „Es gab damals keine innovativen Möbelgeschäfte in Wien und wir wollten besonders Jungdesignern eine Plattform bieten, um ihre Möbel zu präsentieren“, erzählt er.

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© Bild: dasmoebel

Die Schwierigkeit bestand zunächst darin, den Raum überhaupt zu befüllen. „Am Anfang war es ziemlich leer“, so Trierenberg. Und dann mussten sie den Gästen erklären, dass die Möbel nicht – wie es das Motto verspricht – sofort an Ort und Stelle mitgenommen werden können. „Das sind alles Ausstellungsstücke, die zuerst produziert werden müssen“, erklärt er.

Nach rund einem Jahr meldeten sich Designer aus ganz Österreich und Deutschland, um ihre Möbel in der Burggasse 10, im siebten Wiener Bezirk ausstellen zu dürfen.Trotzdem waren die ersten Jahre nicht einfach. „Wir haben viel mehr reingearbeitet als dabei herausgekommen ist. Das möbel war ein sehr ideeles Projekt“, blickt Trierenberg zurück.

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Die Möbel stehen im Mittelpunkt, aber die Gastronomie hielt das möbel am Leben. Um den Verkauf voranzutreiben, eröffnete Trierenberg 2006 zusätzlich ein Geschäft mit demselben Namen. „Dort können wir die Kunden in Ruhe beraten und die einzelnen Stücke auch besser präsentieren“, so der gelernte Musikpädagoge.

Trotzdem verweise er Interessenten auch ins Café, um Tische, Stühle oder Regale zu sehen und Probe zu sitzen. „Ein Regal wirkt im belebten Raum ganz anders“, meint er. Kuratiert werden die Möbelstücke entweder im Team oder von Trierenberg selbst. Der Fokus habe sich in den vergangenen 20 Jahren aber verändert. „Ich bin älter geworden und das sind auch die Designer, mit denen wir zusammenarbeiten“, sagt er. Die Möbel sollen zum einen in Europa und zum anderen nachhaltig produziert worden sein. Wichtig ist Trierenberg außerdem, den persönlichen Kontakt zu Händlern und Herstellern zu pflegen. „Manche Designer begleite ich schon seit Beginn ihrer Karriere“, sagt er stolz. Dazu zählen auch Sandra Haischberger und Werner Nussbaumer , die im das möbel ihre ersten Schritte gemacht haben. Die jahrelange Tradition, in der das möbel steht, soll am 18. Mai mit „Cocktails zu Schillingpreisen“ gefeiert werden. Auf die Besucher warten außerdem spezielle Möbelstücke aus dem Fundus von Trierenberg. „Wir werden sie gekonnt in Szene setzen“, verspricht er.

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( kurier.at , jb ) Erstellt am 16.05.2018