Wohnen
18.10.2017

Bauchgefühl gewinnt

Mehr als 150 Einreichungen, zehn Finalisten, ein Gewinner: Mario Schindler hat mit dem USM-Konfigurator sein persönliches USM-Möbel online geplant und den ersten Platz beim Designwettbewerb "be creative" belegt.

"Das werden heute meine 15-minutes-of-fame", sagt Mario Schindler, Gewinner des Designwettbewerbs von USM und IMMO. Es ist Sonntagvormittag, die Festivalzentrale der Vienna Design Week ist noch geschlossen. Pünktlich um elf Uhr öffnen endlich die Türen des Blauen Hauses am Westbahnhof. Der Niederösterreicher kann es kaum erwarten, sein Möbel erstmals in Natura zu sehen. Bisher kannte er seinen Entwurf nämlich nur vom Bildschirm: Die Pläne für sein gelbes Wunschregal hat er mithilfe des USM-Konfigurators online erstellt. Nachdem es im schweizerischen Münsingen zusammengebaut wurde, kam es nach Wien – wo es bis jetzt im Rahmen des Designfestivals ausgestellt war.

Die Aktion nahm schon vor einigen Monaten ihren Anfang: Im Juni habenIMMO undUSM den Designwettbewerb "be creative" ausgerufen. Aufgabe war es, ein modulares Möbelstück im Wert von 3000 Euro mithilfe des neuen Online-Konfigurators zu gestalten. Mehr als 150 Leser sind der Aufforderung gefolgt und haben mit dem Planungstool ihr persönliches Möbelstück designt.

Der Gewinner wurde anschließend von einer dreiköpfigen Jury ermittelt. Thomas Dienes, Produkt-Verantwortlicher bei USM, Lilli Hollein, Gründerin und Kuratorin der Vienna Design Week und Claudia Elmer, KURIER-Redakteurin für Architektur und Design haben die Finalisten nach verschiedenen Kriterien beurteilt. Unter anderem standen etwa die Innovativität, die Attraktivität für die Ausstellung während der Vienna Design Week und die Umsetzbarkeit auf dem Prüfstand.

Die Überraschung ist riesig. Schindler konnte es anfangs kaum glauben, dass sein Entwurf den ersten Platz gemacht hat: "Damit habe ich nicht im Geringsten gerechnet. Die Freude ist natürlich sehr groß." Der Neo-USM-Besitzer hat sich der Aufgabe völlig unbefangen genähert. "Ich habe mich hingesetzt und einfach mal ausprobiert, wie der Konfigurator funktioniert. Die Bedienung war recht einfach und es hat großen Spaß gemacht, mit den Modulen zu experimentieren und sie zu einem Ganzen zusammenzusetzen", erzählt der Waldviertler.

Schindler ging dabei ohne konkrete Vorstellungen ans Werk. Weder Form noch Farbe oder Funktion standen anfangs fest. "Ich habe mich einfach von meinem Bauchgefühl leiten lassen." Schritt für Schritt hat sich schließlich herauskristallisiert, wo das Möbel später seinen Platz finden könnte – sollte er gewinnen: "Es passt perfekt unter den Stiegenaufgang. Da steht derzeit ein altes Ikea-Regal, das wir schon längst tauschen wollten."

Was ihm an seinem neuem Schmuckstück besonders gefällt? Die vielseitige Einsetzbarkeit, sagt Schindler: "Design muss in erster Linie funktionell sein. Erst dann darf es schön aussehen. Das trifft auf die Produkte von USM zu hundert Prozent zu. Mein Entwurf ist zwar als Regal konzipiert, kann aber aufgrund der offenen Flächen auch als Raumteiler eingesetzt werden. Und es ist nahezu unendlich erweiterbar. So stell’ ich mir Design vor."