Auch wenn Temperaturen unter dem Nullpunkt noch ein Risiko darstellen, kann man ab März im Garten wieder richtig loslegen.

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freizeit Wohnen & Design Wohnen
03/08/2016

10 Schritte zum grünen Paradies

Verführerische Sonnenstrahlen und erste Triebe, die aus der Erde ragen – auch wenn Temperaturen unter dem Nullpunkt noch ein Risiko darstellen, kann man ab März im Garten wieder richtig loslegen.

Der Boden wird gelockert, Unkraut entfernt und erste Saatbeete bestellt. Wir haben Andrea Heistinger von der „Arche Noah“ und Sophie Jäger-Katzmann von „die umweltberatung“ gefragt, welche Arbeiten man im Nutzgarten jetzt in Angriff nehmen kann.

1. Was muss ich als Einsteiger wissen?

Welche Pflanze passt zu mir und meinem Garten? Was isst die Familie gerne? Fragen wie diese stehen zu Beginn jeder Garten-Karriere. Auf dem Weg zum Experten kommt es dann vor allem darauf an, sich Zeit zu lassen, wie Andrea Heistinger weiß: „Ich rate gerne, klein anzufangen, also zum Beispiel mit Kräutern oder zwei oder drei Lieblingsgemüsen. Wer einen neuen Garten hat, tut gut daran, diesen erst einmal kennenzulernen. Ist der Boden überall gleich? Wo ist die wärmste Ecke und wo die windigste? Wo könnten das Gemüse und wo die Obstbäume am besten und am liebsten wachsen?“
Sind die Grundlagen geklärt, kann man mit dem Einkauf loslegen. Es ist weniger wichtig, welchen Schritt man als ersten tut. Am besten, man fängt einfach an – die Erfahrung kommt dann von selbst: „Wichtig ist die Freude am Experimentieren und das Tolerieren von Verlusten“, sagt Jäger-Katzmann. „Manches klappt beim Nachbarn besser, anderes wiederum nicht. Ein Gartentagebuch kann Spaß machen, hier werden Aussaatzeitpunkte, Keimung etc. bis hin zur Ernte vermerkt. Fotos machen das Ganze lebendiger. So kann der Erfolg jedes Jahr verglichen werden.“

2. Welches Werkzeug muss ich mir zulegen?

Kleinere Arbeiten wie Unkraut zupfen oder Steine ausklauben sind am schnellsten mit der Hand erledigt. Will man umgraben oder Pflanzlöcher ausheben, muss man aber ran an das Gerät. Ein Spaten, eine große und eine kleine Schaufel, ein Rechen, eine Gartenschere, ein Sauzahn oder eine Grabgabel zum Auflockern des Bodens sowie eine gute Astschere zählen zur Grundausstattung. „Gießkanne, Regentonne und Gartenschlauch gehören auch dazu“, zählt Heistinger auf. „Jedenfalls ist es wichtig in gute Qualität zu investieren. Ein Spaten, der bei schwereren Arbeiten abbricht oder eine kleine Schaufel, die sich beim Graben in der Erde verbiegt, landet bald auf dem Müll.“
Teure Geräte, die viel Platz brauchen, wie Scheibtruhe, Rasenmäher, Häcksler etc. können auch gemeinsam mit Nachbarn angeschafft und genutzt werden. „Sie stehen ohnehin den Großteil der Zeit im Gartenkammerl“, gibt Heistinger zu bedenken. Eine Investition, die sich hinsichtlich der heißen Sommer der vergangenen Jahre lohnt, ist ein gutes – sprich sparsames – Bewässerungssystem. Jäger-Katzmann: „Bei langen Trockenphasen haben sich unterirdische Anlagen bisher am besten bewährt.“

3. Welche Vorbereitungen sind bei Beet und Boden nötig?

Ob Blumen oder Gemüsebeet: Ein guter Untergrund ist das A und O. Sobald die Bodentemperatur über 5°C liegt und die Erde nicht mehr an den Gummistiefeln klebt kann man zu Hacke und Kultivator greifen – aber mit Bedacht, rät Jäger-Katzmann: "Den Boden besser nicht umgraben, sondern nur lockern und mit dem Rechen ebnen. Sonst gerät das Bodenleben komplett durcheinander." Bestehende Beete, die im Herbst gemulcht wurden, befreit man zu Frühlingsbeginn von der Mulchschicht. Wer ein neues Beet in der Wiese anlegen will, muss erst die Grasnarbe abstechen und die Erde lockern. Nur wenn ausreichend Luft im Boden ist, können sich Wurzeln optimal entfalten. "Erdäpfel machen etwa feinkrümelige Erde und können im April eingelegt werden", nennt Jäger-Katzmann einen natürlichen Tipp.
Mit Gründüngung und gutem Kompost hält man den Boden in Schuss. Je nach Art werden hierzu Pflanzen wie Wicken, Phacelia oder Senf auf freie Flächen ausgesät. Heistinger erklärt die Vorteile: "Das reichert den Boden mit Nährstoffen an und verbessert ihn nachhaltig. Im Biogarten sind das die wichtigsten Düngerquellen. Sie stabilisieren das ökologische Gleichgewicht."Auf die richtige Erde kommt es auch im Hochbeet an. Sie sollte einen hohen Anteil mineralischer Substanzen enthalten. Heistinger empfiehlt Lava, Bims oder Ziegelsplit: "Sonst sackt die Erde nach ein bis zwei Jahren zusammen. Gemüse kann dann unmöglich wachsen, schlicht, weil keine Luft mehr in der Erde ist." Die Expertin warnt jedoch vor Produkten, die für das Hochbeet angeboten werden, aber gärtnerische Einheitserde sind: "Diese eignen sich nur für ein Jahr . Fragen Sie im Gartencenter besser nach Trogerde."

4. Welche Pflanzen muss ich drinnen vorziehen?

Wer selber vorzieht, erhält Pflanzen mit Startvorteil: Sie kommen schneller zur Ernte als bei der Direktsaat aufs Beet. „Je nach Art und Sorte werden die Pflanzen jetzt drinnen vorgezogen und nach den Eismännern Mitte Mai hinaus gesetzt,“ sagt Jäger-Katzmann. Das Ganze verlangt aber nach einem geeigneten, warmen Platz in der Wohnung: „Hell, aber nicht vollsonnig“ soll er sein, sagt Heistinger. Außerdem benötigt man einiges Zubehör wie spezielle Aussaaterde, flache Schalen und einen Pikierstab – oder man verwendet wie Heistinger alte Kugelschreiber. „Für alle, die hohe Keimtemperaturen brauchen, ist ein beheizbarer Untersetzer ideal. Chili, Paprika und Melanzani gedeihen am besten bei 25 Grad“, ergänzt sie. Samen können leicht und jederzeit im Internet bestellt werden: „Das macht vor allem in den Städten unabhängig, wo es oft nur an bestimmten Tagen gut bestückte Jungpflanzenmärkte gibt.“ Nach dem Säen sollte man die Erde gründlich anfeuchten, am besten mit einem Wasserzerstäuber. Aufzucht sei zwar eine schöne Arbeit, sagt Heistinger, aber auch aufwändig: „Man darf seine kleinen Pflänzchen nicht einmal für zwei, drei Tage alleine lassen.“

5. Muss ich zu Frühlingsbeginn schon Unkraut jäten?

Was im Garten Unkraut ist, entscheidet jeder für sich. Wer aber nicht will, dass sich Giersch, Brennessel oder Löwenzahn dort ausbreiten, wo eigentlich der Salat sprießen soll, muss sorgfältig auslesen. Ihre Wurzeln reichen teilweise tief in die Erde und sind nur schwer zu entfernen. FürArche Noah-Expertin Heistinger stellt sich grundsätzlich die Frage, wann man mit dem Pflanzen starten will: „Wer jetzt schon Radieschen oder Vogerlsalat säen möchte, braucht einen unkrautfreien Boden.“ Sollten die Beete mit Gras zugewachsen sind, kann man dies jetzt noch mit wenig Arbeits- und Kraftaufwand ausjäten. Werden Tomaten, Kürbisse oder andere wärmeliebende Gewächse gepflanzt, empfiehlt Heistinger noch eine Gründüngung anzubauen. „Dafür sind Ackerbohnen, Erbsen und Gelbsenf gut geeignet.“ Vier Wochen, bevor das Gemüse gepflanzt wird, kann man sie mähen oder ausreißen.

Lesen Sie weiter: Welche Kräuter können als Erstes ins Beet? Welche Gemüsesorten vertragen sich? Wie lautet die Devise beim Gießen?

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