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Wissen Wissenschaft
08/23/2021

Was Sie jetzt über den π- Weltrekord wissen sollten

Innerhalb von gut 108 Tagen haben Schweizer Forscher 12,8 Billionen bisher unbekannte Nach-Komma-Stellen von Pi errechnet.

Für den Informatiker Heiko Rölke war es „eine Art Fingerübung“. So erzählt es der Leiter des neuen Zentrum für Datenanalyse und Simulation (DAViS) in Graubünden jedenfalls in der Zeit. Dabei hat er einen Weltrekord aufgestellt: Pi auf 62,8 Billionen Ziffern genau berechnet. Das ist ein Zahl mit zwölf Nullen, oder so.

Noch ein paar Zahlen gefällig?

Der Computer musste 108 Tage und neuen Stunden rechnen, bis das Ergebnis feststand.

Da sind um 12 Billionen Stellen mehr als beim Rekord im Vorjahr.

Und: Die Zahl würde 17,5 Milliarden Seiten füllen, sollte jemand den Fehler machen, sie auf A4-Seiten auszudrucken.

Für Rölke und sein Team ist der Weltrekord, der gerade durch alle Medien geht, nur Mittel zum Zweck – sie wollten ihr neues System überprüfen: Pi sei eine so genannte transzendente Zahl. Das bedeutet, dass sie sich im Nachkommabereich immer weiter fortsetzt. Bis ins Unendliche. „Man kann sie aber beliebig genau berechnen. Dabei muss ein Algorithmus einen stetig wachsenden Berg an Daten schnell verarbeiten. Und genau dafür ist unser System ausgelegt“, erklärt Rölke.

Der Schweizer Mathematiker ist überzeugt, dass sein Rekord nicht lange halten wird. Letztlich sei es eine Frage des Willens und der Hardware. 100 Billionen Nachkommastellen seien problemlos möglich.

Pi, auch Ludolphsche Zahl oder Archimedes-Konstante, ist eine mathematische Konstante, die das Verhältnis des Umfangs eines  Kreises zu seinem Durchmesser definiert. Sie ist unendlich lang.

100 Stellen waren 1707 bekannt. Der Rekord hielt zwölf Jahre.

1.000 Stellen errechnete G. W. Reitwieser aus den USA 1949 . 1972 fiel die 1.000.000-Stellen-Marke, 1989 die Milliarde  und momentan steht der Pi-Berechnungsweltrekord  bei  62,8 Billionen Nach-Komma-Stellen und wird von der FH Graubünden gehalten.

Irgendwie unvorstellbar. Die Alten Ägypter begannen - wie im ersten Rechenbuch der Welt, im altägyptischen Papyrus Rhind aus dem 16. Jahrhundert v. Chr. nachzulesen - mit einer Dezimalstelle. Archimedes brachte es 250 v. Chr auf zwei Stellen und chinesische Mathematiker nach Christi Geburt auf fünf.

Wobei die Menschen auch schon davor die Kreiszahl ganz dringend brauchten – zum Beschlagen des Rades, Einzäunen von Gehegen, zum Berechnen des Rauminhaltes eines zylindrischen Getreidespeichers. Sie suchten also schon früh nach der exakten Kreiszahl und fanden immer genauere Schätzungen. Die Babylonier verwendeten 3,125 und die Inder 3,0044. Es sollte bis zum Ende des Mittelalters dauern, bis es genauere Formel zur Berechnung von Pi gab. Ludolph van Ceulen war es, der π 1596 auf 35 Dezimalstellen genau berechnete, weshalb sie bis heute als Ludolphsche Zahl bezeichnet wird.

Griechischer Buchstabe

Apropos π: Der 16. Buchstabe des griechischen Alphabets wurde erstmals 1647 vom britischen Mathematiker William Oughtred verwendet. Seither haben sich Legionen von Schülern damit herum geplagt; er Inder Rajveer Meena hat sie bis zur 70.000 Nachkommastellen auswendig gelernt und in 10 Stunden rezitiert, was ihm den offiziellen Weltrekord einbrachte; π reiste mit Radioteleskopen ins Weltall, weil Forscher der Meinung sind, dass andere Zivilisationen diese Zahl kennen müssen, sollten sie das Signal je auffangen.

Und falls auch Sie demnächst Eindruck schinden wollen: Die letzten zehn Pi-Ziffern lauten 7817924264. Behaupten zumindest die Schweizer Weltrekordhalter.

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