++ HANDOUT ++: WWF-ARTENSCHUTZBILANZ 2017: SEEPFERDCHEN

© APA/ZANKL / WILD WONDERS OF EUROPE / ZANKL / WILD WONDERS OF EUROPE

Wissen Wissenschaft
10/10/2021

Vor UN‐Biodiversitätskonferenz: Viele eindringliche Appelle

Die Konferenz startet am Montag in China. Sie soll gegen den massiven Verlust der Artenvielfalt wirken. Was darf man erwarten?

Vor der UN‐Weltnaturschutzkonferenz, die am Montag in der südwestchinesischen Stadt Kunming eröffnet wird, treten wie üblich Regierungen und Umweltverbände auf den Plan. Gefordert werden entschiedenere Maßnahmen zum globalen Schutz der Artenvielfalt.

Eine Million Arten bedroht

Alle Staaten müssten „mehr Ehrgeiz und politischen Willen“ zeigen, sagte etwa Florian Titze vom World Wide Fund For Nature (WWF﴿ am Sonntag der Deutschen Presse‐Agentur. Die zu vereinbarenden Ziele der Weltgemeinschaft „müssen den Verlust der biologischen Vielfalt bis 2030 stoppen und umkehren können“. So warnt der Weltbiodiversitätsrat vor dem Aussterben von einer Million Arten schon in den nächsten zehn Jahren.

Der deutsche Bundesentwicklungsminister Gerd Müller fordert, die Weltgemeinschaft müsse endlich an einem Strang  ziehen. „In den kommenden Monaten muss ein Durchbruch beim Artenschutz gelingen wie beim Pariser Klimaabkommen für den Klimaschutz“, sagte Müller den Zeitungen der Funke‐Mediengruppe. „Denn wir haben keine Zeit zu verlieren.“

Vorbeugung gegen neue Pandemien

Der CSU‐Politiker erwarte von China als Gastgeber eine Führungsrolle. Der Artenschutz ist nach seinen Worten auch Vorbeugung gegen neue Pandemien: „Je mehr natürliche Lebensräume vernichtet werden, umso größer wird auch die Gefahr, dass weitere Viren vom Tier auf den Menschen überspringen und schwere Krankheiten auslösen.“ Nötig sei, 30 Prozent der Land‐ und der Meeresflächen unter Schutz zu stellen. „Davon sind wir aber meilenweit entfernt: Bislang sind erst acht Prozent der Meeres‐ und 17 Prozent aller Landflächen geschützt.“

Auch sollten die Industrieländer ihre Mittel zum Erhalt der Biodiversität in ärmeren Ländern verdoppeln, forderte Müller. Mit der Welthandelsorganisation (WTO﴿ müssten zudem Mindeststandards für „entwaldungsfreie Lieferketten“ verankert werden. „In Rotterdam oder Hamburg darf kein Schiff mehr anlegen, das Palmöl‐ und Sojaprodukte aus nicht zertifizierter Produktion zu uns bringt.“

Neues Rahmenabkommen

Die knapp 200 Vertragsstaaten der UN‐Konvention für die biologische Vielfalt ﴾CBD﴿ kommen von Montag bis Freitag in Kunming zu einem vor allem online veranstalteten Treffen mit einigen Teilnehmern aus China vor Ort zusammen. Sie wollen über ein neues Rahmenabkommen beraten ‐ vergleichbar mit dem Pariser Klimaabkommen. Die Konferenz war im Oktober 2020 geplant gewesen, war aber wegen der Pandemie verschoben und aufgeteilt worden.

Auf dieses Treffen folgen im Jänner 2022 Verhandlungen in der Schweiz, bevor die Strategie bei einem Präsenztreffen vom 25. April bis 8. Mai 2022 wieder in Kunming verabschiedet werden soll.

"Test für die chinesische Umweltdiplomatie"

Die Konvention sei von „entscheidender Bedeutung“, sagt Morgan Gillespy vom Resources Institute. „Wir sind auf die biologische Vielfalt angewiesen, um die Umwelt zu regulieren und einen bewohnbaren Planeten zu erhalten.“ Das Treffen sei zwar weitgehend zeremoniell, doch legten die Staats‐ und Regierungschefs hier die Ziele und die Finanzierung für das nächste Jahrzehnt fest. „Wir brauchen ein starkes globales Regelwerk.“

Die Qualität der  „Erklärung von Kunming“ werde "ein Test für die chinesische Umweltdiplomatie ‐ wie auch für den allgemeinen politischen Wunsch der übrigen Welt nach einem erfolgreichen und starken Plan zum Schutz der biologischen Vielfalt nach 2020“, sagte Li Shuo von Greenpeace China.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.