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Wissen Wissenschaft
01/28/2021

US-Studie: Corona-Krise machte religiöse Menschen glaubensstärker

Die Erhebung des Washingtoner Pew Research Center wurde in 14 Ländern durchgeführt. Auch der Familiensinn wurde gestärkt.

Trotz weitreichender Einschränkungen bei den Gottesdiensten hat die Coronavirus-Krise in der Religiosität vieler Menschen Spuren hinterlassen und tendenziell den Glauben an Gott gestärkt. Besonders für US-Amerikaner trifft dieser Befund zu, geht laut Kathpress aus einer am Mittwoch veröffentlichten Studie des Washingtoner Pew Research Center hervor: Knapp ein Drittel der Amerikaner fühlt sich in Coronazeiten stärker dem Glauben verbunden als vor der Pandemie.

Unter den US-Christen war dieser Effekt unter weißen Evangelikalen am stärksten ausgeprägt. In anderen untersuchten Ländern in Westeuropa und Ostasien war der Zusammenhang zwischen Pandemie und Religiositäts-Zunahme laut dem Forschungsinstitut ebenfalls feststellbar, jedoch schwächer.

Trost im Glauben

Insgesamt 14.000 Erwachsene aus christlichen Bekenntnissen in 14 Staaten wurden für die Studie im Zeitraum vom 10. Juni bis zum 3. August 2020 befragt. Österreich ist nicht darunter. Unter den berücksichtigten europäischen Ländern gab etwa in Großbritannien jeder Zehnte an, in Zeiten geschlossener Kirchen und sozialer Distanzierung mehr Trost im Glauben gefunden zu haben als sonst; in Japan waren es fünf Prozent, bei Schweden drei und bei Dänen nur zwei Prozent der Befragten.

Durchschnittlich sagten zehn Prozent der Befragten, ihr eigener religiöser Glaube sei durch die Krise stärker geworden, während 85 Prozent hier "keine Veränderung" beobachteten. Von einer Schwächung des eigenen Glaubens durch Corona berichtete insgesamt nur jeder 30. Befragte.

Menschen, denen ihre Religion allgemein sehr wichtig ist, verspüren auch einen stärkeren Anstieg ihres Glaubens in der Krisenzeit. Die diesbezügliche Ausgangslage ist in den untersuchten Ländern freilich sehr unterschiedlich, bemerken die Studienautoren: Während jeder zweite Amerikaner Religion generell für "sehr wichtig" für das Leben hält, stimmen dieser Aussage nur jeder fünfte Australier, 17 Prozent der befragten Südkoreaner und neun Prozent der Japaner zu.

Einen noch deutlicheren Effekt als auf die Religiosität dürfte die Pandemie auf die Familienbande haben: In Ländern wie Spanien, Italien, Großbritannien und den USA, in denen sich das Virus früh und rasant verbreitet hatte, gaben mehr als vier von zehn Befragten, sie hätten in der Krise engere Familienkontakte gepflegt als sonst. Besonders bei jungen Menschen wurde hier ein starker Zusammenhang gefunden.

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