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Wissen Wissenschaft
06/04/2021

Weltweite Bodenverschmutzung macht krank

Die UNO warnt in einem Bericht, dass belastete Lebensmittel schon Auswirkungen auf ungeborene Kinder haben.

Industrie, Bergbau, Abfallentsorgung, Landwirtschaft, Förderung fossiler Stoffe und Emissionen durch den Verkehr: Die Vereinten Nationen UNO kennen die Ursachen fĂŒr die weltweite Bodenverschmutzung. Jetzt weisen sie in einem Bericht darauf hin, dass das vielleicht unterschĂ€tzte Problem auch Auswirkungen auf die Lebensmittel hat.

Unischtbar fĂŒr das Auge, schlecht fĂŒr die Gesundheit

Die UNO warnt vor einer weiteren Verschmutzung der Böden und der Gefahren dadurch fĂŒr die Menschen. Bodenverschmutzung sei vielleicht unsichtbar fĂŒr das menschliche Auge, aber sie schade den Lebensmitteln, dem Wasser und der Luft, erklĂ€rte die Direktorin des UN-Umweltprogramms UNEP, Inger Andersen, in einem aktuellen Bericht. Schon lange seien durch den Menschen Tausende kĂŒnstliche chemische Verbindungen und Stoffe, die giftig sein können, in die Umwelt gelangt, hieß es in dem zusammen mit der UN-Organisation fĂŒr ErnĂ€hrung und Landwirtschaft FAO erstellten Report.

Lange Liste an gefÀhrlichen Stoffen

Zu den hauptsÀchlichen Verursachern der Bodenverschmutzung gehören demnach die Industrie, Bergbau, Abfallentsorgung, Landwirtschaft, Förderung fossiler Stoffe und Emissionen durch den Verkehr. Die UN machen jedoch darauf aufmerksam, dass es keine belastbaren Daten im Hinblick auf die tatsÀchlichen Emissionen dieser Bereiche gibt.
Pestizide, Weichmacher, Dioxine, Plastik und synthetische Polymere: Die Liste an bodenverschmutzenden Stoffen ist groß und viele davon können lange in der Natur ĂŒberdauern. Dem Bericht zufolge können sie Nahrung verunreinigen und deshalb eine Gefahr fĂŒr die menschliche Gesundheit darstellen.

Risiko fĂŒr Kinder, Föten und Schwangere

Die Verschmutzung gefÀhrdet laut den UN besonders Kinder, Föten und Schwangere. Mit Blick auf soziale Schichten sind eher arme Menschen betroffen. Global wirkt sich die Verschmutzung in Entwicklungs- und SchwellenlÀndern deutlicher aus, da viele LÀnder dieser Kategorien keinen Zugang etwa zu sauberen Technologien haben.

Umweltverschmutzung nimmt weiter zu

Seit dem Beginn des 21. Jahrhunderts habe sich die jĂ€hrliche Produktion von Industriechemikalien weltweit verdoppelt und liege geschĂ€tzt bei 2,3 Milliarden Tonnen. Bis 2030 rechnen die Experten mit einem weiteren Anstieg um 85 Prozent. Auch die Umwelt- und Bodenverschmutzung dĂŒrfte deshalb steigen, außer es komme zu einem Umdenken bei Produktion und Verbrauch beziehungsweise in der Politik.

WissenslĂŒcken zum Thema schließen, Maßnahmen ergreigen

Trotz jahrelanger Forschung gibt es laut des Reports noch viele WissenslĂŒcken beim Thema Bodenverschmutzung. Die UN fordern deshalb mehr Untersuchungen und Daten zu dem Problem. Von der Politik verlangen die Organisationen unter anderem mehr Einsatz fĂŒr etwa Nachhaltigkeit. Mit Kampagnen sollten die Menschen weltweit stĂ€rker auf das Problem Bodenverschmutzung aufmerksam gemacht werden.

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