Tigermücken gelten als Überträger der Krankheit

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Erster Beweis?
03/04/2016

Wie das Zika-Virus Babyhirne angreift

US-Forscher glauben, den Mechanismus entdeckt zu haben.

Ist das Zika-Virus tatsächlich für die Gehirnschäden (ein zu kleiner Kopf) bei vielen Neugeborenen in Lateinamerika verantwortlich? "Sehr wahrscheinlich", sagten bisher viele Mediziner, betonten aber gleichzeitig, dass der genaue Mechanismus, wie das Virus die Schäden verursacht, nicht bekannt ist. Doch jetzt könnte der Mechanismus laut US-Forschern gefunden sein.

Die Forscher arbeiteten mit Stammzellen, die im Labor vermehrt wurden und dann mit dem Zika-Virus in Kontakt kamen. Dabei entdeckten sie, dass das Virus ganz selektiv Zellen, die für die Entwicklung der Gehirnrinde (Cortex, eine dünne Schicht am äußeren Rand des Groß- und Kleinhirns) verantwortlich sind, attackiert. Innerhalb von drei Tagen waren es 90 Prozent dieser Zellen. Das Zika-Virus vermehrte sich in ihnen.

Zellvermehrung blockiert

Die Infektion dieser Zellen führte dazu, dass knapp ein Drittel zugrunde ging und gleichzeitig die Bildung neuer Zellen blockiert wurde, berichten die Forscher im Fachjournal Cell Stem Cell.

Diese Daten von Wissenschaftern der Johns Hopkins University, der Florida State University und der Emory University sind bis jetzt die aussagekräftigsten zu der Frage, wie das Zika-Virus Embryos in der Schwangerschaft schädigt.

"Sie stärken die Annahme, dass Zika der Schuldige hinter den Fällen von Mikrozephalie ist", sagt Joseph Gleeson, einer der beteiligten Forscher, zur Washington Post. "Das Ganze ist ein wichtiger Puzzlestein."

Kein endgültiger Beweis

Nach wie vor ist das aber kein endgültiger Beweis, schließlich handelt es um Daten aus dem Labor. Denn ob der Ablauf im Menschen derselbe ist, ist nicht sicher. "Diese Studie ist erst der Anfang und viele weitere Studien sind nötig, um die Verbindung zwischen Zika und Mikrozephalie zu verstehen", erklärte Amelia Pinto, Professorin für Molekularbiologie und Immunologie an der Saint Louis University.

Das unter anderem von der Ägyptischen Tigermücke übertragene Zika-Virus grassiert derzeit vor allem in Südamerika. Besonders betroffen ist Brasilien: Die Zahl der Zika-Infektionen wird dort auf 1,5 Millionen geschätzt. Die brasilianischen Behörden untersuchen drezeit außerdem noch mehr als 4200 weitere mögliche Fälle von Mikrozephalie.

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