Gier auf Neues: Neugierige Forscher fördern

© Getty Images/YinYang/istockphoto

Wissen
05/14/2019

"Österreichs Spitzenforscher in der Champions League"

Der Wissenschaftsfonds FWF zieht Bilanz: Mit zwei Prozent der F&E-Ausgaben entstehen 50 Prozent heimischer Top-Publikation.

„Österreichische Universitäten in internationalen Rankings abgerutscht“: Solche Meldungen gab es in der Vergangenheit mehrfach. Ist es also um die heimische Forschung nicht gut bestellt?  Der FWF – der Fonds zur Förderung der Wissenschaft – will jetzt aufzeigen, dass dem nicht so ist. Dieser Fonds ist Österreichs zentrale Einrichtung zur Förderung der Grundlagenforschung. Präsident Klement Tockner: „Unsere Spitzenforscher spielen in der Champions League.“

Gemeinsam mit  Wissenschaftsminister Heinz Faßmann präsentierte er die aktuellen FWF-Zahlen:

 

Österreich hat 2018 rund 12,3 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung ausgegeben.“ Zwei Prozent dieser Ausgaben erhält der FWF.  Der es wiederum an Jung-)Forscher weitergibt, die sich mit möglichst innovativen Projekten internationalen Gutachtern stellen müssen, ehe sie an die Förderung kommen. Das System scheint gut, glaubt man dem FWF-Präsidenten: „Mit zwei Prozent aus den gesamten F&E-Ausgaben entstehen 50 Prozent der österreichischen Top-Publikation. Besser kann man einen Euro nicht einsetzen“.

Forschungsgipfel verschoben 

Nach der Verschiebung des für Anfang Mai geplanten Forschungsgipfels der Bundesregierung sieht der Präsident des Wissenschaftsfonds FWF, Klement Tockner, den „Ball nun am Elf-Meter-Punkt liegen. Jetzt ist der finale Umsetzungsschritt notwendig“. Sollte der letzte Schritt nicht erfolgen, „wird das auch in die Geschichte eingehen“, sagte Tockner. Es gebe keine Alternative, Planbarkeit und Langfristigkeit seien Voraussetzungen, um im internationalen Wettbewerb als Forschungsland mithalten zu können. „Die anderen Länder bewegen sich rasch, deshalb braucht es diese mutigen und großen Schritte und ich zweifle nicht daran, dass die gegangen werden“, sagte Tockner, der die Verschiebung „zunächst einmal positiv sieht, weil man wirklich etwas Nachhaltiges, Überzeugendes, Großes machen möchte“. Daher sei es gut, sich Zeit dafür zu nehmen, der FWF sei dadurch im Moment nicht eingeschränkt.

Bei dem Gipfel sollten zentrale Vorhaben der Regierung im Forschungsbereich vorgestellt werden, u.a. ein Forschungsfinanzierungsgesetz für mehr Planungssicherheit für die Förderagenturen, eine Exzellenzinitiative für die Grundlagenforschung sowie Eckpunkte einer neuen Forschungsstrategie. Verschoben wurde der Gipfel laut Faßmann, „weil das Finanzministerium in den Endphasen der Steuerreform dermaßen viel zu tun hatte, dass zu wenig Zeit war, um mit uns über die kritischen Punkte von Finanzierungszielen im Forschungsfinanzierungsgesetz abschließend zu verhandeln“.

 

2018 hat der FWF 684 Projekte mit einem Volumen von 231 Mio. Euro gefördert, das ist ein Plus von 6,5 Prozent gegenüber dem Jahr davor. „Dem FWF geht es so gut wie nie, das ist das höchste Bewilligungsvolumen, das der FWF je hatte“, sagte Faßmann dazu. Allerdings konnten als exzellent eingestufte Projekte im Umfang von 50 Mio. Euro nicht gefördert werden. FWF-Chef Tockner abschließend: „Österreich hat hervorragenden wissenschaftlichen Nachwuchs, der braucht Perspektiven, damit wir ihn nicht verlieren“.

Wäre schade. Denn das Cochlea-Implantat, das Tauben das Hören ermöglicht, oder der verbesserte HPV-Impfung, der Gebärmutterhalskrebs vorbeugen soll, sind aus FWF-Projekten hervor gegangen. Nur zwei Beispiele für wertvolle Forschung.