Wissen
12.03.2018

Der Frühling kommt immer früher

Stärkerer Temperaturanstieg auf der Nordhalbkugel. In der Arktis beginnt der Frühling bis zu 16 Tage früher als vor zehn Jahren.

Der Frühling beginnt auf der Nordhalbkugel immer früher, und zwar vor allem in der Polarregion. In der Arktis starte das Frühjahr heute bis zu 16 Tagen früher als noch vor zehn Jahren, berichteten US-Forscher im Fachmagazin Scientific Reports.

Auslöser für den Trend sei vermutlich die Temperatur, die im hohen Norden stärker ansteige als in niedrigeren Breitengraden. Die Forscher fürchten, dass die Veränderungen wandernde Tierarten beeinträchtigten - etwa Zugvögel, die zum Brüten in die Arktis kommen.

Natur erwacht früher

Es gebe bereits einzelne Studien, die gezeigt haben, dass die Natur zunehmend früher aus dem Winterschlaf erwacht, schrieben die Forscher um Eric Post von der University of California in Davis. Der Frühlingsbeginn zeige sich etwa dadurch, dass Bäume austreiben, Blumen zu blühen beginnen oder Vögel ihre Wanderung zu den Brutgebieten antreten. Mit der Beobachtung solcher jährlicher wiederkehrender Naturereignisse beschäftigt sich die Phänologie.

Die Forscher um Post legen nun mit ihrer Studie eine umfassende und systematische Analyse der Zusammenhänge vor. Sie hatten dazu die wissenschaftliche Literatur, die sich in der Vergangenheit dem Thema gewidmet hatte, durchforstet. Insgesamt berücksichtigten sie 743 Datenquellen, die den Zeitraum zwischen 1928 und 2013 umfassten.

Gestiegene Temperatur

Die Auswertung ergab, dass der Frühling tatsächlich mit zunehmendem Breitengrad tendenziell früher beginnt und dass dies mit der gestiegenen Temperatur der vergangenen Jahrzehnte zusammenhängt. Die Erwärmung sei seit 1998 und nördlich des 59. Breitengrades besonders ausgeprägt. Auf dem 59. Breitengrad liegt beispielsweise die schwedische Hauptstadt Stockholm.

Wie sich das auf die Tier- und Pflanzenwelt auswirkt, sei unklar. Denkbar sei, dass Zugvögel ihre Ankunft in der Arktis nicht mehr entsprechend mit der dortigen Verfügbarkeit an pflanzlicher und tierischer Nahrung koordinieren können.