Werben für den Krebsforschungslauf: Markus Müller (li., designierter Rektor der MedUni Wien), Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely, Onkologe Christoph Zielinski

© /Felicitas Matern

Spitzenmedizin
07/16/2015

"Unser Verständnis von Krebs ist im Umbruch"

20.000 Spezialisten sind Ende September beim Europäischen Krebskongress in Wien.

"Unser Verständnis von Krebs befindet sich wieder einmal im Umbruch": Das sagte Mittwoch der Wiener Onkologe Univ.-Prof. Christoph Zielinski, Leiter des Comprehensive Cancer Center von MedUni Wien und AKH Wien. Und dieser Umbruch wird zentrales Thema des Europäischen Krebskongresses (ECC0 2015) mit rund 20.000 Teilnehmern sein, der Ende September in Wien stattfindet. Dass Wien der Tagungsort ist, ist auch eine Auszeichnung für den hohen Standard der Krebsforschung und Krebstherapie in Österreich.

"Die Behandlungen, die Krebspatienten in Wien erhalten, gehören zu den besten weltweit", so Univ.-Prof. Markus Müller, Vizerektor für Forschung und designierter Rektor der MedUni Wien: "Das zeigen Studien, die den Erfolg von Behandlungen international vergleichen. Und auch mit neuen Erkenntnissen in der Krebsforschung, die einer der Schwerpunkte der MedUni Wien ist, können unsere Experten immer wieder aufzeigen."

Gezielte Therapie

Die Onkologie behandelt Tumorerkrankungen zunehmend mit Medikamenten, die ganz gezielt einzelne Strukturen oder Signalwege lahmlegen – neu hinzugekommen ist die Immuntherapie, die den Tumorzellen jene "Tarnkappe" entreißt, mit der sie sich vor dem Angriff des körpereigenen Abwehrsystems schützen – der KURIER berichtete. Doch die Sache ist kompliziert. Zielinski: "Beim Melanom funktioniert das. Bei anderen bösartigen Erkrankungen ist das wiederum anders. Und wir wissen auch nicht so recht, warum das so ist."

Dank dieser neuen Ansätze gibt es aber einige Lichtblicke: "Beim Nierenzell-, Lungen-, Prostatakarzinom und beim Melanom verzeichnen wir derzeit Fortschritte", betont Zielinski. Hier gebe es Chancen, auf jenen Stand zu kommen, der beim Brustkrebs mittlerweile erreicht worden sei – viele Brustkrebserkrankungen können über lange Zeit und unter guter Lebensqualität der Betroffenen beherrscht werden.

Finanzierung sichern

Zahlreiche neue Medikamente, deren Zulassung in der nächsten Zeit erwartet wird, werden auch die Frage der Finanzierung wieder aktuell werden lassen. Die Europäische Gesellschaft für internistische Onkologie (ESMO) hat ein Modell entwickelt, um die klinische Wertigkeit von Therapien bei Tumorerkrankungen abschätzen zu können. Zielinski war daran gemeinsam mit Kollegen aus anderen Ländern beteiligt.

In Wien bekommt jeder die Krebstherapie, die er braucht", sagte die Wiener Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely. "Es ist schon wichtig zu sagen, dass das nicht überall in Europa zutrifft." Die Politik müsse deshalb am Preisbildungssystem für Arzneimittel und an der Finanzierung arbeiten. So könnte man etwa einen EU-Finanzierungstopf gründen, um die Versorgung der Krebspatienten auf annähernd gleichem Niveau in der EU sicherzustellen, so Wehsely.

Wer die Krebsforschung unterstützen will, sollte sich im Kalender für Samstag, 26.9., diesen Termin eintragen: Zwischen 10 und 14 Uhr findet im Alten AKH in Wien der Krebsforschungslauf unter dem Motto „go the extra mile“ statt.

Es geht aber nicht nur darum, Spenden für die Forschung zu sammeln: Der Lauf versteht sich als Beitrag, den Umgang mit Krebserkrankungen in der Gesellschaft zu verändern. Zielinski: „Es geht darum, viele Runden für die Krebsforschung zu laufen, es geht aber auch darum, gemeinsam eine gute Zeit zu verbringen und aktiv zu werden.“

Ab 9 Uhr kann man sich im Alten AKH (Hof 2) gegen eine 20 Euro Spende eine Startnummer und Rundenkarte abholen. Zwischen 10 und 14 Uhr ist der Rundkurs geöffnet. Organisiert wird der Lauf von der MedUni Wien gemeinsam mit dem Sportverband ASKÖ-Wien und der Uni Wien.

www.meduniwien.ac.at/krebsforschungslauf

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