Der Selbstmord sei die zweit häufigste Todesfolge bei jungen Erwachsenen bis 25 Jahren.

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Jugendliche
02/02/2015

Suizid ist zweithäufigste Todesursache

Studie zeigt, dass Prävention an Schulen die Gefahr signifikant senken kann.

Zirka 18.000 Jugendliche in Österreich haben Suizidgedanken. Der Selbstmord sei die zweit häufigste Todesfolge bei jungen Erwachsenen bis 25 Jahren, sagte Psychiater Christian Haring am Montag im Rahmen einer Pressekonferenz in Hall in Tirol. Dabei würde eine neue Studie belegen, dass Prävention an Schulen die Suizidgefahr unter Jugendlichen signifikant senken könne, fügte Haring hinzu.

11.110 Schüler im Alter von 14 und 15 Jahren von 168 Schulen aus zehn europäischen Ländern haben an der Studie "Saving and Empowering Young Lives in Europe" teilgenommen, darunter rund 1.000 Schüler aus 16 Tiroler Schulen. Mit drei Gruppen und einer Kontrollgruppe wurde die Wirksamkeit verschiedener Präventionsprogramme untersucht, erklärte Haring, Leiter der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie B am Landeskrankenhaus Hall.

Prävention wirkt

"Dabei hat sich gezeigt, dass es in den Gruppen, in denen die Jugendlichen selbst mit dieser Problematik befasst wurden, eine signifikante Reduktion an Gefährdeten gab - nämlich um die Hälfte weniger als in den Kontrollgruppen", erläuterte der Psychiater. Damit sei nachgewiesen, dass Prävention in Schulen wirke. Nun könne man darauf aufbauend Programme entwickeln.

In Tirol sei man nun dabei ein Team aufzubauen, um dann in die Schulen gehen zu können. "Wir hoffen, dass wir in Tirol bald loslegen können und vielleicht auch irgendwann in ganz Österreich", blickte der Psychiater in die Zukunft. Um die Möglichkeit zu haben Präventionsprogramme an allen Schulen anbieten zu können, würde man jedoch rund neun Millionen Euro pro Jahr für die Finanzierung benötigen.

Grundsätzlich sei es erstmals wichtig das Problem zu entstigmatisieren. "Wir müssen den jungen Leuten vermitteln, dass sie Hilfe annehmen sollen und nicht versuchen das Problem selbst zu lösen", sagte Haring. In Mitteleuropa sei es immer noch schwer, gefährdete Jugendliche dazu zu motivieren Hilfe zu suchen. Die Angst vor dem Stigma sei immer noch sehr groß, meinte der Psychiater.

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