Gibbons sind auch im Wiener Zoo zuhause.

© Tiergarten Schönbrunn / Norbert Potensky

Wissen
01/17/2019

Singende Affen sind Zootier des Jahres 2019

Nach der Scharnierschildkröte werden heuer die Gibbons ins Licht der Öffentlichkeit gerückt.

Gibbons gelten als „Sänger“ unter den Affen. Wenn die beiden Gibbons Rao und Sipura im Tiergarten Schönbrunn morgens im Duett singen, staunen die Besucherinnen und Besucher. Nun sind diese bedrohten Affen zum „Zootier des Jahres 2019“ gewählt worden. „Gibbons zählen zu den Kleinen Menschenaffen. Ihre Gefährdung ist vielen nicht so bewusst wie die der Großen Menschenaffen Orang-Utans oder Gorillas“, so Regina Kramer, Kuratorin für Artenschutz im Tiergarten Schönbrunn.

Bedrohungen

Typisch für Gibbons sind ihre langen Arme. Als Waldbewohner schwingen sie sich damit durch die Baumwipfel. Nicht nur die Rodung der Wälder bedroht die bis zu einem Meter großen Tiere, die monogam leben und sich vorwiegend von Pflanzen ernähren. Wilderei für die traditionelle chinesische Medizin dezimiert nach Angaben der Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz die Bestände. Allein in China seien in den vergangenen 20 Jahren zwei Gibbon-Arten für immer verschwunden.

Auch das Fangen der putzig aussehenden Jungtiere für den Heimtiermarkt in Asien sei ein Problem geworden. „Junge Gibbons werden in Thailand zum Beispiel für Touristen durch die Diskotheken getragen“, erklärte Projektkoordinatorin Viktoria Michel. „Die wenigsten Ausländer wissen, dass dafür die Mütter und ganze Affenfamilien getötet werden.“ Die Jungtiere würden für das Vorführen meist unter Drogen gesetzt und oft so schlecht gehalten und ernährt, dass viele von ihnen sterben.

Mit der Aktion „Zootier des Jahres“ soll sich das ändern. Ausgewählt wird das Zootier des Jahres alljährlich von der Zoologischen Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz (ZGAP). Berücksichtigt werden dabei stets Tierarten, deren Bedrohung bisher nicht im Fokus der Öffentlichkeit stand.

Tiergarten Schönbrunn

In Schönbrunn lebt eine Familie der Weißhandgibbons: Rao und Sipura mit ihrem im August 2017 geborenen Jungtier Saya. Gibbons sind monogam und leben in fixen Revieren. Diese markieren sie durch ihren typischen Morgengesang. Insgesamt gibt es etwa 20 Gibbon-Arten. Alle sind stark bedroht. Hauptgrund dafür ist die Abholzung der Regenwälder in ihrer Heimat Südostasien. Auch die Wilderei stellt ein massives Problem dar.

Mit der Aktion „Zootier des Jahres“ werden zwei Projekte im Freiland unterstützt: ein Schutzgebiet in Laos, wo ausgebildete Ranger die Wilderei bekämpfen, und ein Waldgebiet in Vietnam, wo ein Gibbon-Schutzgebiet mit einer Fläche von über 120.000 Hektar entstehen soll. Der Tiergarten Schönbrunn leistet dazu einen finanziellen Beitrag.

Vorgänger

Seit 2016 wählt die Gesellschaft ein Zootier des Jahres - zuerst war es der Leopard. Es folgten der Kakadu und die asiatische Scharnierschildkröte.

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