Wissen
16.03.2018

Schlaf-Apps: Viele Daten, aber meist wenig Nutzen

Smartphones machen munter, das ist bekannt. Doch gerade Smartphones sind es auch, die vermehrt zur Vermessung des Schlafs genützt werden. "Sleep-Tracker-Apps bieten die Möglichkeit, nicht nur den Schlaf zu registrieren, sondern einige Anwendungen behaupten auch, das Schlafverhalten optimieren zu können", sagt Gerhard Klösch von der Klinik für Neurologie, MedUni Wien/AKH Wien. Programme wie "Sleep Better" oder "Sleep Cycle Alarm Clock" registrieren den Schlaf, messen Aktivitäten und Kalorienverbrauch und setzen dies in Bezug zum Schlafverhalten – sämtliche Daten wären für die Benutzer schließlich ablesbar. Klösch kritisiert allerdings, dass die Rohdaten in den "Clouds" und Datenservern verloren gingen. "Wer hier Zugang hat, und womit diese Daten kombiniert werden – etwa Kauf- und Nutzgewohnheiten der Smartphone-Besitzer – bleibt weitgehend ungeklärt. Hier mangelt es an Transparenz", kritisiert Klösch. Positiv an den Apps sei, dass sie Bewusstsein für das Thema Schlaf schaffen. "Allerdings muss darauf hingewiesen werden, dass ihre Auswertealgorithmen meist nicht klinisch geprüft wurden und das Schlafverhalten nur ungefähr erfasst wird." Diese Applikationen seien daher nicht geeignet, um Schlafstörungen zu erfassen und können zu Falschinformationen führen.