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05/02/2012

Pilotprojekt in der Apotheke

Apotheker wollen zur frühen Diabetes-Erkennung beitragen.

Darf ich Ihnen kurz einige Fragen stellen?" Diesen Satz könnten manche Kunden von oberösterreichischen Apotheken ab Mitte Mai bei ihrem nächsten Besuch hören. In einem österreichweit einzigartigen, eineinhalbjährigen Pilotprojekt werden dort Apotheker in die Früherkennung und Betreuung von Diabetikern miteinbezogen.

"Unser Pilotprojekt hat zwei Säulen", sagt die Initiatorin, die Pharmazeutin Ulrike Mursch-Edlymayr von der Steyrtal-Apotheke in Neuzeug, OÖ.

Patienten, bei denen möglicherweise ein hohes Risiko für Diabetes besteht – weil sie z. B. bestimmte Vorerkrankungen wie Bluthochdruck oder starkes Übergewicht haben – werden gebeten, einen Fragebogen auszufüllen. "Erhärtet das Ergebnis unseren Verdacht, verweisen wir die Betroffenen zur Abklärung und Diagnose an den Arzt." Häufig kommen noch unerkannte Diabetiker viel früher zum Apotheker als zum Arzt: "Wenn sie etwa Wundprobleme haben, holen sich viele lange vor einem Arztbesuch bei uns die Heilsalben. Da werden wir dann oft schon hellhörig."

Bei einem positiven Diabetes-Befund gibt es dann zwei Möglichkeiten: "Entweder bietet der Arzt dem Patienten das strukturierte Betreuungsprogramm ,Therapie Aktiv" an. Falls er aber keine Kapazität mehr hat oder nicht speziell dafür ausgebildet ist und diese Aufgabe nicht übernehmen kann, bieten wir dem Patienten an, dies zu tun."

Abgestimmt

Die Beratung durch den Apotheker werde immer in Abstimmung mit dem Arzt durchgeführt, betont Mursch-Edlmayr: "Wir treffen eine Zielvereinbarung mit dem Patienten: Wie sollen sich seine Werte – Blutdruck, Blutfett, Langzeitzuckerwert – in den kommenden zwölf Monaten verändern? Und wir motivieren ihn zu einer positiven Lebensstiländerung."

Gleichzeitig bespricht der Apotheker mit dem Diabetiker, wann die nächsten ärztlichen Kontrolluntersuchungen – z. B. Augen-, Fuß- oder Laborkontrolle – notwendig sind: "Damit wird er zum Gesundheitsmanager des Patienten in Sachen Diabetes. Diese Gespräche finden in diskreter Beratungsatmosphäre statt."

60 Apotheken mit mehr als 100 speziell geschulten Pharmazeuten nehmen an dem Pilotprojekt teil. "Sie alle haben eine strukturierte Schulung absolviert, ähnlich jener, die auch bisher für das ,Therapie Aktiv"-Programm angeboten wurde."

Mursch-Edlmayr betont, dass das Pilotprojekt u. a. mit den Ärzten und der Gebietskrankenkasse abgestimmt sei: "Wir wollen niemandem etwas wegnehmen, im Gegenteil. Wir wollen, dass mehr Diabetiker frühzeitig erkannt und gut betreut werden – egal, ob vom Arzt alleine oder in enger Kooperation von Arzt und Apotheker."

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