E WIE ERKÄLTUNG: Schützt die Einnahme von Vitamin C vor Erkältungen?
Die vorbeugende Einnahme von hoch dosierten Vitamin-C-Präparaten kann das Auftreten von Erkältungen nicht verhindern, sondern bestenfalls die Dauer der Erkrankung leicht reduzieren. Sind bereits erste Erkältungssymptome aufgetreten, hat eine Einnahme überhaupt keinen Effekt.

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Stress
12/01/2015

Ausgerechnet am Feiertag krank!

Je gestresster ein Mensch, desto eher ist er in seiner Freizeit krank. Wie man es auch anders machen kann.

von Gabriele Kuhn

Gestresste Zeitgenossen kennen das: Endlich Wochenende, Urlaub oder Feiertag, man will sich erholen – und wird krank. Diese Beschwerden nennt man Poststress-Symptome. Besonders typisch sind Infekte, Erschöpfungszustände, Migräne und Rückenschmerzen. Forscher der Universität Trier haben nun erstmals an Patienten mit stressbezogenen Beschwerden untersucht, wie häufig sie über Poststress-Symptome berichten. Dabei kommen sie zu dem Ergebnis, dass stark gestresste und erschöpfte Menschen, die eigentlich Erholung am nötigsten hätten, besonders häufig über Poststress-Symptome klagen. Ein neues Diagnostikverfahren der Trierer Wissenschaftler und entsprechende Maßnahmen können die Beschwerden lindern.

Je größer der Stress, desto mehr Erschöpfung "danach"

In der Fachzeitschrift „Psychotherapy and Psychosomatics“ schreiben Sandra Waeldin und Kollegen, dass Poststress-Symptome bei gesunden Probanden, die nicht über besondere Stressbelastung klagen, eher selten sind (2,9 Prozent). Demgegenüber findet man bei Patienten, die wegen stressbezogener Beschwerden ihren Hausarzt (20 Prozent) oder eine Fachklinik aufsuchen (34,6 Prozent), eine deutliche Zunahme an Poststress-Symptomen. Je größer die Stressbelastung und die nachfolgende Erschöpfung sind, desto häufiger werden Poststress-Symptome genannt.

An der Universität Trier beschäftigt sich die Arbeitsgruppe um Prof. Dirk Hellhammer seit vielen Jahren mit der Frage, wie es dazu kommen kann, dass gerade in Erholungsphasen psychische und körperliche Beschwerden auftreten. „Stressbelastung mobilisiert besonders stark den Botenstoff Noradrenalin in unserem zentralen und autonomen Nervensystem. Sind die Anforderungen besonders intensiv und dauerhaft, dann übersteigt der Verbrauch an Noradrenalin die Neusynthese. In Ruhephasen wird dann zu wenig Noradrenalin freigesetzt und es kommt zu einer Balancestörung von Funktionen im Nerven- und Immunsystem, welche Poststress-Symptome hervorrufen“, erklärt Professor Hellhammer. Mit „Neuropattern“, einem neu entwickelten Diagnostikverfahren der Trierer Wissenschaftler, lassen sich solche Fehlregulationen heute zuverlässig messen. Sind derartige Beschwerden nachweisbar, kann eine individualisierte Zusammenstellung von Medikamenten und Nahrungsergänzungsmitteln mit Stress- und Pausenmanagement hilfreich sein.

Das gilt speziell jetzt, in der Vorweihnachtszeit. Gerade in der lichtarmen Zeit hat der Körper ein besonderes. Das hat evolutionäre Gründe: In der Steinzeit war im Winter weniger zu tun: Die Vorräte waren angelegt, tagsüber saß man in der Hütte, weil man draußen nichts tun konnte. Man sollte diesem natürlichen Ruhebedürfnis folgen, mehr Ruhepausen einlegen und auch mehr schlafen. Außerdem empfehlen Stress-Experten eine einfache Regel: Die Erledigung von 20 Prozent der wichtigsten Dinge führt zu 80 Prozent der maximalen Zufriedenheit. Die restlichen 80 Prozent an Erledigungen bringen nur 20 Prozent mehr Zufriedenheit. Eine simple Formel, um Stress zu reduzieren. Um das sogenannte Weihnachts-Burn-Out zu vermeiden sollte man rechtzeitig die Notbremse ziehen. Es ist wichtig, in sich hineinzuhören und das zu tun, was gut tut.

Gegen den Stress, fĂĽr das Kipferlwutzeln

Weihnachten betreffend wurde ich mit Engelshaar und Stille Nacht sozialisiert – gesungen von den Sängerknaben, gespielt auf dem Akkordeon. Mutter und Nachbarin waren fürs Engelshaar zuständig, meine zwei linken Hände für die Altottakringer Cover-Version der Weihnachtshymne.

Ersteres liebte ich, Zweiteres hasste ich. Weil Stille Nacht oder Süßer die Glocken nie klingen von einer Zwölfjährigen auf einer Quet’schn gespielt, vermutlich der häufigste Auslöser von Ohrenkrebs sind. Die Sängerknaben-Version habe ich sowieso völlig verdrängt. Aber immerhin sah das Fichtenkrewecherl durch den Weichzeichnereffekt der Engelshaar-Orgie für uns alle so aus wie diese Über-Tannen aus den amerikanischen Weihnachtsfilmen. Außerdem bin ich mir sicher: Ich, nur ich, habe das Christkind gesehen.

White-Christmas-Effekt

Bis heute habe ich mir von all dem etwas erhalten, das ich nicht missen möchte: das Wissen um die Macht der Illusion. Manche sagen Blödheit dazu, ich nenne es "White-Christmas"-Effekt: Wer lange genug von weißen Weihnachten singt, sieht irgendwann weiße Weihnachten, trotz Klimawandels. Von der Mama habe ich gelernt, dass Weihnachtsgefühle eine Frage der Entscheidung sind. Sie hat es geschafft, mich in dieser Zeit zu verzaubern. Sie hat gut gemacht, was nicht gut war. Sie hat mir Stiefel geschenkt, die sie sich nicht leisten konnte. Sie hat ein Essen gekocht, das nicht besonders war, aber speziell. Von ihr habe ich gelernt, dass es möglich ist, sich zu entscheiden – gegen das Böse, für das Schöne. Gegen den Stress, für das Vanillekipferlwutzeln. Und – heute: gegen Last Christmas, für die Stille. Eine Stille, die es nur gibt, wenn man sie sucht. Keiner muss mitrudern auf der Das muss ich auch noch erledigen-Galeere. Jeder kann entscheiden, in dieser Zeit etwas anderes zu machen, als allen suggeriert wird. Ich kann auch innehalten, pausieren und mich damit selbst beschenken. Hauptsache, nix mit Akkordeon (sorry, Akkordeon-Fans, nix Persönliches).

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