© University of Bath

Innovation aus Großbritannien
03/25/2013

Neuer Wundverband leuchtet bei Infektionen auf

Erfolgreiche Tests im Labor, erste Anwendung am Menschen sind aber erst in einigen Jahren zu erwarten.

Ein Wundverband, der aufleuchtet, wenn eine Brandwunde infiziert ist: Diese Innovation haben Forscher der University of Bath in Großbritannien entwickelt, berichtet die BBC. Der Verband kann bei kleinen Kindern mit schweren Verbrennungen lebensrettend sein. Derzeit gibt es einen Prototypen, der unter UV-Licht zu leuchten beginnt, wenn schädliche Bakterien vorhanden sind. Erste Tests mit Patienten sind laut dem Team um Toby Jenkins aber erst in einigen Jahren zu erwarten. Eine rasche Diagnose ist bei Kindern mit Verbrennungen, die durch das Verschütten heißer Getränke entstehen, laut den Wissenschaftlern ein großes Problem. Tests zur Feststellung einer Infektion können einige Tage dauern.

Kinder sind jedoch vor allem im Vorschulalter gefährdet, da ihr Immunsystem noch relativ schwach ausgebildet ist. Sie können sehr rasch ein sogenanntes toxisches Schock-Syndrom bekommen, das ohne Behandlung in der Hälfte der Fälle zum Tod führt. Für den neuen Wundverband haben die Wissenschafler Nanokapseln eingesetzt, die eine Farbe enthalten und sie beim Kontakt mit krankheitserregenden Bakterien freisetzen. Mit Hilfe von UV-Licht können die Ärzte auf einen Blick sehen, ob eine Infektion besteht.

Tests an Hautproben

Die Nanokapseln werden aktiviert, wenn die Kinder mit den Toxinen in Berührung kommen, die von schädlichen Bakterien produziert werden. Auf die normalerweise auf der Haut vorhandenen Bakterien reagiert der Verband jedoch nicht. Bis jetzt wurde der Verband im Labor an Hautproben getestet. Laut Jenkins werden allein in England und Wales pro Jahr rund 5.000 Kinder aufgrund von Verbrennungen behandelt. Gängige Tests auf Infektionen liefern laut dem Wissenschaftler erst nach 24 bis 48 Stunden ein Ergebnis. Amber Young vom Frenchay Hospital in Bristol zufolge gibt es derzeit bei Fieber, das nach einer kleinen Verbrennung entsteht, keine einfache Möglichkeit um festzustellen, ob das Kind an einer ernsten Infektion leidet oder nur verkühlt ist.

Young, die wissenschaftliche Beraterin des Projekts ist, betont, dass derzeit die Verbände abgenommen werden müssen, um Tests durchzuführen und eine Infektion festzustellen. Die Folgen können eine Verzögerung des Heilungsprozesses und bleibende Narben sein. Zusätzlich ist dieser Vorgang für die Kinder physisch und psychisch sehr belastend. "Der neue Verband würde es möglich machen, frühe Zeichen einer Infektion rasch zu erkennen und das Kind rasch zu behandeln."

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