Der gezüchtete Nasenflügel

© Department Biomedizin, Universität Basel

Pionierleistung
04/12/2014

Nasenflügel aus gezüchtetem Knorpel regeneriert

Aufsehenerregender Erfolg Schweizer Wissenschaftler.

Erstmals ist es Wissenschaftern gelungen, von Hautkrebs zerfressene Nasenflügel durch Gewebe zu reparieren, das aus den Knorpelzellen des Patienten gezüchtet wurde. „Diese neue Technik könnte dazu beitragen, dass der Körper das neue Gewebe einfacher akzeptiert und dass die Stabilität und Funktionsfähigkeit des Nasenlochs verbessert wird“, sagte Professor Ivan Martin von der Universität Basel.

Die Studie der Schweizer Forscher erschien im Fachmagazin „The Lancet“. Bisher werden Nasenflügel aus Knorpelstücken rekonstruiert, die aus dem Ohr, der Nasen-Scheidewand oder den Rippen des Patienten herausoperiert werden - was häufig sehr schmerzhaft ist. Die Wissenschafter um Martin nahmen nun kleine Proben von Knorpelzellen von fünf Patienten im Alter zwischen 76 und 88 Jahren. Diese Zellen vermehrten sie und ließen sie dann auf Schweinegewebe weiterwachsen. Dann wurde das Gewebe in die gewünschte Form für die Nase gebracht, dem Patienten eingepflanzt und mit einem Hauttransplantat bedeckt.

"Stabil"

Bei einer Überprüfung ein Jahr später wurde das Implantat als stabil bewertet; alle Patienten sagten zudem, sie seien zufrieden mit ihrem Äußeren und mit ihrer Atem-Fähigkeit. Martin sagte, die Ergebnisse des künstlichen Gewebes seien mit dem von Knorpel-Operationen vergleichbar.

Neben dieser Studie veröffentlichte „Lancet“ auch die Ergebnisse einer weiteren, bahnbrechenden Neuerung auf demselben Gebiet - der KURIER berichtete. Vor acht Jahren waren vier Teenager einer Behandlung unterzogen worden, um deren Vagina zu korrigieren, die infolge einer seltenen Krankheit unterentwickelt war oder ganz fehlte.

Wissenschafter aus den USA und Mexiko züchteten Vagina-Gewebe aus Genital-Zellen der Patientinnen. Nach dem Bericht von „Lancet“ sind die langfristigen Ergebnisse hervorragend: Die implantierten Vaginen wuchsen zusammen mit den Mädchen und entwickelten sich normal, die jungen Frauen hatten keine Schmerzen und waren mit ihrem Sex-Leben zufrieden.

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