Die Anopheles-Mücke infizierte 2013 etwa 120 Millionen Menschen mit Malaria, knapp 600.000 davon starben. Forscher warnen nun vor einem mutierten Erreger, gegen den die gängige Medikation versagt.

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Südostasien
02/23/2015

Malaria: Ausbreitung resistenter Erreger ist "alarmierend"

Gegen mutierte Erreger sind Medikamente wirkungslos. Breitet sich die Resitenz weiter aus, könnte sich eine tragische Geschichte wiederholen.

Seit der Jahrtausendwende hat sich die Zahl der Malariatoten auf zuletzt 580.000 pro Jahr halbiert. Nun wurde in wenigstens fünf Ländern Südostasiens ein Erreger gefunden, gegen den das Standardmedikament Artemisinin wenig bis gar nicht hilft. Wissenschaflter warnen im New England Journal of Medicine vor einer Ausbreitung über Indien bis nach Afrika.

Der mutierte Parasit wurde erstmals vor zehn Jahren in Kambodscha festgestellt und hat sich seitdem "alarmierend verbreitet", warnt Philippe Guerin, Co-Autor des Artikels. Die Forscher untersuchten mehr als 900 Malariapatienten in 55 Orten Myanmars und entdeckten in 39 Prozent der Fälle eine Artemisinin-Unempfindlichkeit. Dabei lag der westlichste Fund nur 25 Kilometer vor der Grenze zu Indien. Die schnelle Verbreitung übertreffe das Tempo, mit dem neue Behandlungmethoden eingeführt werden könnten, sagen die Wissenschaftler.

Noch keine Erreger in Indien

In Indien wurden bislang keine resistenten Erreger dokumentiert. Die Forscher fürchten jedoch, dass bei einer Expansion nach Indien auch für afrikanische Gebiete Gefahr bestehe. Bereits Ende der 1950er-Jahre breitete sich von Indien eine Resistenz gegen das damals eingesetzte Medikament Chloroquin aus. 17 Jahre später erreichte der mutierte Erreger auch Afrika, Millionen Menschen starben. Die Pandemie trug zudem dazu bei, dass die von der Weltgesundheitsorganisation WHO geplante Ausrottung der Malaria fehlschlug.

Afrika leidet am schlimmsten unter unter dem Malaria-Erreger. Von den knapp 600.000 Malaria-Toten im Jahr 2013 waren 90 Prozent Afrikaner. Weltweit erkranken jährlich etwa 120 Millionen Menschen an der Krankheit. Mutationen treten bevorzugt in Südostasien auf. Infizierte sind dort komplett von Medikamenten abhängig, da sie noch keine Art von Immunität entwickeln konnten. Menschen in Afrika haben wegen der weiten Verbreitung der Krankheit ein stärkeres Immunsystem gegen die Standarderreger. Bislang existiert keine Impfung, Schutz bieten allein Moskitonetze, lange Kleidung und spezielle Moskitosprays. Für Reisen in stark belastete Gebiete wird eine prophylaktische Medikation angeboten.

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