Forscher entwickeln "Pille" für den Mann
Die Verhütungsmethoden für Männer sind überschaubar: Zur Wahl gibt es entweder Kondome oder eine Vasektomie, bei der der Samenleiter durchtrennt wird. Japanische Forscher arbeiten nun an einer Pille, die Männer so wie die Pille für die Frau einnehmen können, um Nachwuchs zu verhindern.
Die Forscher der Universität Osaka untersuchten das Protein Calcineurin, das für die Beweglichkeit der männlichen Samenzellen bedeutsam ist. Wird die Produktion des Proteins unterdrückt, ist die Geißel der Spermazelle nicht einsatzfähig – dem Spermium gelingt es nicht, den Eileiter hinauf zu schwimmen sowie die Membran der Eizelle zu überwinden und diese zu befruchten.
Zunächst gelang es den Forschern das Gen einer Calcineurin-Variante im Erbgut männlicher Mäuse zu blockieren. Die Mäuse waren zwar potent, aber unfruchtbar, da ihre Spermien sich nicht mehr gut bewegen konnten. Sie konnten kaum schwimmen und auch nicht die Hüllen der Eizellen durchdringen.
Reversibel
Die Forscher übertrugen diese Ergebnisse und entwickelten eine Pille, die denselben Effekt haben soll. Sie verabreichten den Mäusen eine Woche lang Medikamente, welche die Produktion des Proteins Calcineurin hemmten. Fünf Tage nach der ersten Pille konnten sich die Geißeln der Spermien nur noch eingeschränkt bewegen. Der Effekt sei schnell reversibel und führe zu keinen langfristigen Schäden in der Spermienproduktion.
Im Fachmagazin „Science“ berichten die Wissenschafter, dass das Protein Calcineurin auch für die menschlichen Samenzellen eine wichtige Rolle spielt. Einer Verhütungspille für den Mann stünde laut den japanischen Forschern nichts im Wege, sie müsse allerdings noch getestet werden.
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