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Girlsday
04/28/2016

Heute ist Girlsday - aber bringt er auch etwas?

Metalltechnikerin statt Hebamme: Der Girlsday und seine Folgen.

von Yvonne Widler

Ob auf der Wiener Magistratsabteilung oder mit der deutschen Kanzlerin Angela Merkel beim gestrigen Kick-off in Berlin: Der Girlsday ist schon lange aus seinen Gründungsstaaten, den USA, nach Europa gewandert und hier sehr populär geworden.

"Es gibt keine typischen Mädchen- oder Bubenberufe, Mädchen können alles", sagt Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek. Trotzdem soll der heutige "Girlsday" Mädchen für nicht-typische Mädchenberufe oder anders: Mädchen für typische Bubenberufe interessieren.

Raus aus den Rollen

Er verstehe sich als integrativer Aktionstag, der auf einen sehr handlungs- sowie erlebnisorientierten und damit emotionalen Zugang setzt, und dadurch jungen Mädchen Mut auf die Eroberung neuer Berufsfelder machen will. Den Girls Day gibt es in Österreich in manchen Bundesländern schon seit 2001, in Wien seit 2002, wo er Wiener Töchtertag genannt wird. Allgemeines Ziel ist es, Mädchen und junge Frauen, im Alter von 11 bis 16 Jahren, für zukunftsorientierte und technische Berufe zu interessieren und ihnen damit Berufsfelder abseits von gängigen Rollenmustern aufzuzeigen. Gleichzeitig sollen Firmen auf das Potenzial junger Frauen aufmerksam gemacht und Eltern für das Thema sensibilisiert werden.

Mit einer schriftlichen Entschuldigung dürfen die Mädchen an dem Tag der Schule fern bleiben und sollten jetzt sofort Rufe nach Gleichberechtigung laut werden: es gibt auch einen Boys Day.

Er findet dieses Jahr am 10. November statt und soll junge Männer für soziale Berufe begeistern, wie etwa Kindergartenonkel, Hebammer oder Krankenbruder.

Klassiker gehen zurück

Zahlreiche private Unternehmen, aber auch 33 Stellen im Bundesdienst sind dieses Jahr österreichweit dabei. Im Bundesdienst alleine sind es heute 2.300 Mädchen, die sich technische Berufe ansehen und ausprobieren. "Wir sehen im Ranking der beliebtesten Lehrberufe bei den Mädchen, dass nun zum ersten Mal der Job 'Metalltechnikerin' unter den Top-Ten ist", heißt es von Seiten des Bundesministeriums für Bildung und Frauen. Im Jahr 2002 entschieden sich noch 57,5 Prozent aller Mädchen in Wien für die "klassischen" drei Lehrberufe Einzelhandelskauffrau, Friseurin und Bürokauffrau. Seit 2009 liegt der Anteil und das Interesse an diesen Berufen bei unter 50 Prozent bei den Mädchen, Tendenz sinkend. Das sei natürlich nicht nur auf den Girlsday rückzuführen, aber auf ein breites Maßnahmenpaket, das geschnürt wurde, wie beispielseise Meine Technik oder Frauen in der Technik - und eben der Girlsday.

Und zuletzt liegt es vermutlich auch an den heutigen Mädchen selbst.

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