Junkfood oder gesunde Snacks? Wie Kinder Geld ausgeben

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Kaufen Kinder gesünder ein, wenn ungesunde Snacks teurer sind? Wissenschaftler haben erforscht, wie sich Preise und Marken auf die Kaufentscheidung von Kindern auswirken.

Würden Kinder tatsächlich auf Süßigkeiten verzichten, wenn sie um weniger Geld gesunde Snacks kaufen können? Eine aktuelle Studie zeigt, dass die Erfahrungen der Kinder im Umgang mit Geld sowie ihre Vorliebe für bestimmte Marken die Kaufentscheidung beeinflussen. Zumindest für einen Teil der Kinder führen höhere Preise für ungesunde Snacks dazu, dass sie sich für die gesündere Alternative entscheiden. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Appetit veröffentlicht.

Ein Forscherteam von der Universität Bonn und von der Tufts University (Massachusetts, USA) untersuchte, wie 116 Kinder im Alter von 8 bis 11 ihr Taschengeld nutzen, um auf eigene Faust Süßigkeiten und andere Snacks zu kaufen. In ihrer Studie zeigen sie, dass die Bekanntheit einer Marke nicht unbedingt mit einer Präferenz für den Snack verbunden ist. Ein weiteres interessantes Ergebnis ist, dass der Grad der Erfahrung im Umgang mit Geld die Kaufentscheidung beeinflusst. Höhere Preise für ungesunde Snacks könnten somit zumindest diejenigen Kinder zu gesünderen Entscheidungen zu motivieren, die bereits Erfahrung mit Geld haben.

Bisher wenig erforscht

„Wir wissen nicht viel darüber, wie Kinder ihr Geld für Snacks ausgeben“, sagte der Korrespondenzautor der Studie, Prof. Dr. Sean Cash, Ökonom an der Friedman School of Nutrition Science and Policy. „Es ist ein von der Forschung bislang vernachlässigtes Feld. Derzeit haben viele Kinder Geldbeträge, über die sie verfügen können - in der Regel Taschengeld. Sie entscheiden selbst, wie sie ihr Geld für Snacks ausgeben, aber wir wissen sehr wenig darüber, wie sie diese Entscheidungen treffen.“ Dies gelte insbesondere dafür, wie Kinder Abwägungen zwischen Preisen und anderen Nahrungsmittelattributen vornehmen.

Kekse, Apfelscheiben oder Joghurt

Die Forscher präsentierten den Kindern verschiedene Snack-Optionen: Kekse, Apfelscheiben und Joghurt. Jedem Kind wurden zehnmal Fotos von jeweils zwei Snack-Artikeln gezeigt, die sich nach Art des Produkts, in Hinblick auf den Preis und die Marke unterschieden. Die Kinder konnten sich jeweils für eines der beiden Produkte entscheiden oder auch entscheiden, keines der Produkte zu wählen.

Wenig überraschend war, dass die Kinder in dem Experiment am häufigsten den Schokoladenkeks wählten, während die Apfelschnitten den zweiten Platz einnahmen. Doch dafür waren andere Ergebnisse umso überraschender: „Wir stellten fest, dass die Markenbekanntheit kein wesentlicher Faktor für den Kauf eines Snacks war. Vielmehr kam es darauf an, ob das Kind die Marke mag oder nicht“, erklärt Erstautorin Prof. Dr. Monika Hartmann.

Kinder, die es gewohnt waren, von ihren Eltern Taschengeld zu erhalten, reagierten in der erwarteten Weise auf höhere Preise, während diejenigen, die wenig Erfahrung mit Geld hatten, dies im Allgemeinen nicht taten. Dieses Ergebnis unterstützt Forschungserkenntnisse, die darauf hinweisen, dass Erfahrung mit Geld ein wichtiger Aspekt ist, um die Bedeutung von Preisen zu erlernen.

Ernährungsbedingte Krankheiten auf dem Vormarsch

„Insgesamt ist die Literatur über die Reaktion von Kindern auf Preise und die Bekanntheit von Marken spärlich", schrieben die Autoren in ihrem Artikel. Dies gelte vor allem für Grundschulkinder. Gleichzeitig betonen sie, dass Kinder eine beträchtliche Menge an Geld für Snacks ausgeben und chronische ernährungsbedingte Krankheiten (Typ-2-Diabetes, koronare Herzkrankheit und Fettleibigkeit) im Kindesalter weltweit auf dem Vormarsch sind.

Die Autoren weisen jedoch auch darauf hin, dass ihre Studie auf einer kleinen Stichprobe basierte, regional begrenzt war und nur wenige Produktalternativen im Kaufexperiment zur Verfügung standen. Sie sehen die Notwendigkeit für weitere Forschungsarbeiten, die untersuchen wie Preise und die Präsentation von Produkten (z. B. Verpackung, Branding) dazu beitragen können, Kaufentscheidungen positiv zu beeinflussen. Diese Studie wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziell gefördert und erhielt zusätzliche Unterstützung durch das U.S. Department of Agriculture’s National Institute of Food and Agriculture.

(Kurier / lada) Erstellt am
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