John K. Lattimer (1914 - 2007) hält Gift-Behälter von H. Göring in der Hand

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Kollektion
06/01/2016

John K. Lattimer war ein detailverliebter Sammler und Arzt

Er hatte ein ganzes Stockwerk voller makabrer Objekte.

Hollywoodreif – kein anderes Wort könnte das Leben und Wirken des John Kingsley Lattimer (1914–2007) besser beschreiben.

Der Mediziner wurde nicht nur durch seine Arbeit als Leiter der urologischen Abteilung an der renommierten Columbia University bekannt oder aber durch so prominente Patienten wie Katharine Hepburn, Greta Garbo und Charles Lindbergh. Es war vor allem seine Faszination an historischen Objekten und die Liebe zum Detail, die ihn weltberühmt machte. Lattimer sammelte, und er sammelte viel – so viel, dass der gesamte dritte Stock seiner Villa in Englewood zu einer Art Museum wurde, wie die New York Times in ihrem Nachruf schrieb. Unter seinen Sammelobjekten fanden sich allerlei makabre Kuriositäten – etwa ein konserviertes Stück Penis, der Napoleon Bonaparte zugeordnet wurde, der blutgetränkte Kragen Abraham Lincolns sowie Röntgenaufnahmen Hitlers. Oder aber jener Messingbehälter für die Phiole mit Blausäure, mit der sich Hermann Göring vor seiner Hinrichtung umbrachte (siehe oben).

"Blick in den Abgrund"

Der Mediziner war bereits als Bub von Waffen fasziniert – später vertieft durch seinen Einsatz als Armeearzt während der Invasion der Normandie im Zweiten Weltkrieg, wo er medizinisches Personal trainierte und vielen US-Soldaten das Leben rettete. Die meisten Objekte aus der Kollektion "Hitler und die Nazi-Granden – ein Blick in den Abgrund des Bösen", die im Juni durch das Auktionshaus Hermann Historica unter den Hammer kommen, stammen aus der Zeit der Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse. Da war Lattimer für die medizinische Versorgung der Angeklagten verantwortlich. Wie er zu den Objekten kam, scheint rätselhaft, merkt die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung an. Möglicherweise habe er die Gelegenheit genutzt, um an Habseligkeiten der Gefangenen zu kommen. Er war es, der die Leiche Görings nach dessen Suizid untersuchte, und er stellte den Tod aller hingerichteten Kriegsverbrecher fest. 1999 veröffentlichte Lattimer das Buch "Hitler’s Fatal Sickness and other Secrets of the Nazi Leaders" (Hitlers fatale Erkrankung und andere Geheimnisse der Nazi-Führer). Darin schrieb er nicht nur über die Betreuung der Inhaftierten und diverse medizinische Untersuchungsergebnisse, sondern nahm zu Hitlers möglicher Parkinson-Erkrankung Stellung.

Laut FAZ bekam das Münchner Auktionshaus Hermann die Sammlung von Lattimers Tochter Evan, die mit dem Erlös der Nazi-Relikte die Erbschaftssteuer finanzieren möchte.

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