Wissen und Gesundheit
11.07.2017

Großzügigkeit löst im Gehirn Glücksgefühle aus

Forscher untersuchten, wie sich neuronale Netzwerke durch Schenken oder Spenden verändern.

Geben ist seliger als nehmen - und macht glücklich: So könnte man die Erkenntnisse eines internationales Forscherteams zusammenfassen. Sie untersuchten mithilfe Funktioneller Magnetresonanztomografie (fMRT), welche neuronalen Verbindungen eine Rolle spielen, wenn Menschen etwas verschenken oder spenden.

Dafür machten die Forscher 50 Freiwilligen zuerst einmal Versprechungen: Sie würden in den kommenden vier Wochen jeweils 25 Schweizer Franken (rund 23 Euro) zugeschickt bekommen Über die Verwendung mussten wiederum die Probanden etwas versprechen: Die eine Hälfte, dass sie das Geld für andere Menschen ausgeben - etwa, einem Freund ein Geschenk machen. Die andere Hälfte musste zusichern, das Geld ausschließlich für sich selbst auszugeben.

Dies reichte bereits aus, um die Gehirne auf großzügig oder eben weniger großzügig zu polen, betont Studienleiterin So Young Park.

Im Anschluss an die Versprechen wurden die Teilnehmer gebeten, an einer weiteren Untersuchung teilzunehmen - die tatsächlich aber noch zur Studie gehörte. Sie mussten Entscheidungen fällen, bei denen wiederum Großzügigkeit eine Rolle spielte, die HIrnaktivität wurde dabei aufgezeichnet. Die Ergebnisse sind verblüffend: Die auf großzügig gepolten Teilnehmer trafen wieder großzügigere Entscheidungen und gaben an, sich glücklicher zu fühlen. Die Forscher stellten eine erhöhte Aktivität in einem bestimmten Gehirnareal fest, dass schon früher häufig mit großzügigem Verhalten in Zusammenhang gebracht worden war. Ebenso veränderte sich die Verbindung mit dem sogenannten ventralen Striatum, das für wohlige Glücksgefühle verantwortlich ist.

Das lege den Schluss nahe, dass das Gehirn Großzügigkeit mit Glücksgefühlen verknüpft, resümiert So Young Park im Fachjournal "Nature Communication": "Wir konnten bestätigen, dass es einen Zusammenhang zwischen generösem Verhaltenund Glücksgefühlen gibt. Darüber hinaus konnten wir aber auch zeigen, wie unser Gehirn diese Verknüpfung herstellt."