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Wissen Gesundheit
01/13/2020

Wenn es Probleme mit einem Weisheitszahn gibt

Kieferorthopädie. Ein Facharzt erklärt, wo sich Patienten hinwenden können, wenn Komplikationen auftreten.

Univ.-Prof. Hubert Porteder ist Kiefer- und Gesichtschirurg in Wien und allgemein beeideter und gerichtlich zertifizierter Sachverständiger.

Meine rechte Wange schwillt immer wieder an und schmerzt. Der Zahnarzt sagt, der rechte untere Weisheitszahn ist die Ursache und muss entfernt werden. Außerdem habe ich dort eine tiefe Zahnfleischtasche, die abgetragen gehört. Wie läuft das ab?
Der Eingriff wird in Lokalanästhesie durchgeführt, wobei die Zahnfleischtasche geöffnet wird, sodass allenfalls entzündliches Sekret (Eiter) abfließen kann. Für die Ableitung des Sekrets wird über mehrere Tage eine Streifendrainage angelegt. In einer zweiten Sitzung wird nach Abklingen der akuten Entzündungserscheinungen unter Antibiotikaschutz der Weisheitszahn in Lokalanästhesie entfernt. Anschließend wird die Wunde mit Nähten verschlossen, die nach einer Woche entfernt werden.

 

Mein linker oberer Weisheitszahn ist laut Röntgenbild so angelegt, dass seine Wurzel weit in die linke Kieferhöhle hineinragt. Mein Zahnarzt hat mir erklärt, dass nur ein Kieferchirurg diesen Weisheitszahn entfernen kann, da die Kieferhöhle anschließend verschlossen werden muss. Welche Komplikationen kann es geben?

 

Eine Entzündung mit Schmerzen oder ein Verschluss, der nicht stabil genug ist, können derartige Komplikationen sein. Speisereste und Flüssigkeiten können in die Kieferhöhle gelangen, es kann zu Entzündungen kommen. Durch eine mangelnde Mundhygiene, das Kauen harter Speisen während der Wundheilungsphase oder Rauchen während dieser Zeit kann es ebenfalls zu Wundheilungsstörungen kommen.

Seit der Entfernung des rechten unteren Weisheitszahnes habe ich in der rechten Unterlippenhälfte ein Taubheitsgefühl. Laut meinem Zahnarzt sollte der Zustand nach ein paar Wochen abklingen. Der Eingriff liegt drei Monate zurück und es hat sich nichts geändert.

Erfahrungsgemäß kann sich ein Taubheitsgefühl (ein Minderempfinden), bedingt durch Irritation oder leichte Verletzung des Unterkiefernervs bei einer operativen Weisheitszahnentfernung, nach einigen Wochen, oder abhängig von der Schwere der Verletzung, auch erst nach ein bis zwei Jahren, wieder zurückbilden. Wird das Taubheitsgefühl zum Dauerzustand, würde dies für eine schwere Nervverletzung sprechen. Vitamin-B-Tabletten können helfen.

Ich habe mich bei meinem Zahnarzt beschwert, dass seit der unteren Weisheitszahnentfernung die Sensibilität im Bereich einer Zungenhälfte gestört ist. Er hat mir empfohlen, mich an die Schlichtungsstelle der Zahnärztekammer zu wenden, da ich dort unentgeltlich eine Rechtsberatung einholen und allenfalls eine Entschädigung erwarten kann.

Sie wenden sich am besten schriftlich an die zuständige Zahnärztekammer ihres Bundeslandes, in dem sie den Sachverhalt aus ihrer Sicht darlegen. Danach erfolgt eine Begutachtung durch einen Sachverständigen. Dafür sind alle ihre die Behandlung betreffenden Unterlagen, inklusive ihrer Röntgenbilder, mitzubringen. Es kann so außergerichtlich eine für Patienten zumeist akzeptable Lösung erreicht werden.

Sprechstunde: Univ.-Prof. DDr. Hubert Porteder am Telefon ( 01 / 526 57 60): Mi., 15. 1., 12-13 Uhr

eMail: gesundheitscoach@kurier.at

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