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Wissen Gesundheit
02/11/2020

Wenn bei und auch nach dem Skifahren das Knie schmerzt

KURIER-Sprechstunde: Welche Therapiemöglichkeiten es heute bei Knorpelschäden und Meniskusrissen gibt.

Christian Gäbler ist Facharzt für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie und ärztlicher Direktor des Sportambulatorium Wien.

Mir hat beim Skifahren aber auch danach das Knie stark geschmerzt, manchmal musste ich schon zu Mittag pausieren. Der Arzt hat starke Knorpelschäden festgestellt und von einer Knieprothese gesprochen. Kann eine Stammzellentherapie helfen?

Der Gelenksknorpel ermöglicht das Gleiten der Gelenksflächen des Oberschenkels und des Unterschenkels. Stammzellen werden seit Jahren im Rahmen von Knorpelverletzungen oder -abnützungen wissenschaftlich erforscht und stehen nun auch klinisch zur Verfügung. Neueste Studien zeigen, dass der Einsatz spezieller (mesenchymaler) Stammzellen aus dem eigenen Bauchfettgewebe die Arthrose- und Knorpel-Therapie entscheidend unterstützt.

So wurde in diesen Studien eine signifikante Schmerzreduktion bei deutlich gestiegener Lebensqualität sowie eine entscheidende Zunahme der Knorpeldicke nach der Stammzelltherapie festgestellt. Gelenksprothesen, vor allem am Kniegelenk, können durch die Stammzellentherapie oft signifikant hinausgezögert, in manchen Fällen sogar komplett vermieden werden. Ob eine Stammzellentherapie im Einzelfall sinnvoll ist, kann erst nach einer speziellen MRI-Untersuchung (3 Tesla Magnetresonanztomografie) und klinischen Begutachtung in einem ausführlichen Aufklärungsgespräch beurteilt werden.

Ich habe beim Skifahren immer wieder leichte bis mittlere Beschwerden im Knie. Diese verschwinden aber meist nach ein paar Tagen.

Häufig ist die Ursache auch solcher vorübergehender leichterer Beschwerden ein Knorpelschaden, oft hinter der Kniescheibe. Das gehört auf alle Fälle abgeklärt. Und da man am Röntgen Knorpelschäden erst diagnostizieren kann, wenn sie massiv sind, sollte auch hier unbedingt ein 3 Tesla MRI zur Knorpeldiagnostik gemacht werden. Mit diesem speziellen MRI ist eine Feindiagnostik des Knorpels möglich und sind auch kleinere Knorpelschäden gut zu erkennen. Deshalb empfehle ich es immer bei einem Verdacht auf einen Knorpelschaden.

Leichte Knorpelschäden kann man gut mit einer Kombination aus Physiotherapie und Knorpelpräparaten behandeln, die es in Form von Pulvern und Tabletten gibt. Bei schwereren Knorpelschäden gibt es unterschiedliche Therapieformen, von Eigenbluttherapie, über die bereits erwähnten Stammzellen, bis hin zur Operation – dies sollte am besten von einem Gelenk-Spezialisten abgeklärt werden, der mit all diesen Therapieformen bewandert ist.

Ich habe mir bei einem Sturz das Knie verdreht. Bei der MRI-Untersuchung zeigte sich ein Meniskusriss? Muss man so eine Verletzung operieren?

Das hängt davon ab, wie der Meniskus gerissen ist. Sogenannte horizontale Risse müssen nicht operiert werden. Lappenförmige oder radiäre Risse sollte man auf alle Fälle chirurgisch sanieren. Das kann man minimal-invasiv mit einer Arthroskopie in Schlüssellochtechnik machen, da diese Risse unversorgt zu Knorpelschäden und damit Arthrose führen können.

Leider sehe ich immer wieder Patienten, die erst Monate bis Jahre nach einer schweren Meniskusverletzung zu mir kommen. Bei der Operation zeigen sich dann leider sehr oft irreparable Gelenkszerstörungen, die sich bei einem frühen Eingriff vermeiden hätten lassen.

Telefonsprechstunde mit Dr. Gäbler ( 01 / 526 57 60): Mi., 12. 2., 12–13 Uhr

eMail: gesundheitscoach@kurier.at

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