Vitamin-D im Test: Nur 2 Präparate sinnvoll
Bitter-Tropfen sollen den Süßhunger nach dem Essen dämpfen und für Wohlbefinden sorgen, so das Versprechen von Herstellern.
Zusammenfassung
- Nur 2 von 22 getesteten Vitamin-D-Präparaten sind sinnvoll dosiert, viele sind überdosiert und potenziell gesundheitsschädlich.
- Die Einnahme von Vitamin-D-Präparaten sollte nur nach ärztlicher Rücksprache erfolgen, besonders bei Risikogruppen wie älteren Menschen oder chronisch Kranken.
- Eine dauerhafte Überdosierung kann schwere gesundheitliche Folgen wie Nierenschäden verursachen, warnt der VKI.
Vitamin-D-Präparate sind laut dem Verein für Konsumenteninformation (VKI) häufig zu hoch dosiert und "bei dauerhafter Einnahme potenziell gesundheitsschädigend". Mit der deutschen Stiftung Warentest wurden 22 Erzeugnisse getestet: "Die Ergebnisse bestätigen: Eine Überdosierung ist möglich und kann auf Dauer schwere gesundheitliche Folgen nach sich ziehen", warnten die Konsumentenschützer am Dienstag. Nur zwei der getesteten Präparate seien "sinnvoll" dosiert gewesen.
"Alle anderen Produkte sind meist überdosiert, fünf sogar stark", kritisiert der VKI. Ob Tabletten, Saft, Tropfen oder Kapseln, spiele keine Rolle.
Bei fehlender körpereigener Vitamin-D-Produktion 800 I.E.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt bei fehlender körpereigener Vitamin-D-Produktion 800 I.E. (Internationale Einheiten, ein I.E. entspricht 0,025 Mikrogramm).
Für Risikogruppen könne eine vorbeugende Einnahme sinnvoll sein. Dazu zählen Pflegeheimbewohnerinnen und -bewohner, chronische Kranke oder adipöse Personen. Im Alter sinkt die Fähigkeit zur Bildung von Vitamin D, daher kann sich die Einnahme laut VKI auch für Menschen über 65 Jahren eignen.
Nicht auf eigene Faust
Aber: "Vitamin-D-Präparate sollten nicht auf eigene Faust eingenommen werden, sondern vorab ärztlich abgeklärt werden", rät der VKI. Die zusätzliche Einnahme eines zu hoch dosierten Produkts über eine lange Dauer könne "im schlimmsten Fall zu Nierenschäden führen".
Vitamin D ist für die Regelung des Kalzium- und Phosphatstoffwechsels zuständig, fördert die Knochenhärtung, beeinflusst Muskeln und Immunsystem. Mithilfe der Sonne kann es der menschliche Körper selbst bilden. Es wird im Fett- und Muskelgewebe eingelagert. Mit gut gefüllten Speichern kommt man dann auch gut durch sonnenarme Zeiten.
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