Übergewicht: Abnehmen in der Pubertät schützt das Herz
Übergewicht bzw. Adipositas ab dem Kindesalter erhöhen stark die Herz-Kreislauf-Gefahr im späteren Leben. Doch wird das Körpergewicht während der Pubertät normalisiert, verringert sich dieses Risiko deutlich. Das hat eine Langzeit-Epidemiologieuntersuchung schwedischer Wissenschafter gezeigt.
Die Studie von Jenny Kindblom von der Universität Göteborg und ihren Co-Autoren wurde vor kurzem in in JAMA Pediatrics veröffentlicht. nalysiert wurden Daten von Personen aus Schweden, die zwischen 1945 und 1968 in Göteborg geboren wurden. Die Informationen über deren Gesundheit, insbesondere zur Gewichtsentwicklung, wurden mit elektronischen Gesundheitsdaten-Registern verknüpft und ausgewertet. Als wichtigste Messgröße diente die Diagnose einer koronaren Herzkrankheit im Erwachsenenalter – darunter auch Herzinfarkte, tödliche ebenso wie nicht tödliche. Die Studie umfasste insgesamt 103.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
Die Hauptergebnisse: Sowohl Übergewicht, das erst mit Beginn der Pubertät entsteht – also Normalgewicht in der Kindheit und Übergewicht im jungen Erwachsenenalter – als auch ein dauerhaftes Übergewicht, das bereits in der Kindheit vorhanden ist und bis ins junge Erwachsenenalter anhält, waren mit einem erhöhten Risiko für eine koronare Herzkrankheit im Erwachsenenalter verbunden. Im ersten Fall lag das Risiko um 83 Prozent höher als bei Personen ohne diesen Risikofaktor, im zweiten Fall um 53 Prozent höher.
Abnehmen hilft
Doch die positive Nachricht: "Die Normalisierung des Übergewichts in der Kindheit vor dem jungen Erwachsenenalter führte zu einem ähnlichen Herz-Kreislauf-Risiko wie bei Personen mit anhaltend normalem Gewicht (Faktor 0,98 im Vergleich zu den immer Normalgewichtigen; Anm.)". Abnehmen rund um die Pubertät bedeutete damit einen Gesundheitsbooster für die Betroffenen im Erwachsenenalter. Besonders bemerkenswert, wie die Wissenschafter feststellen: "Darüber hinaus war Übergewicht im jungen Erwachsenenalter ab Beginn der Pubertät mit einem höheren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Erwachsenenalter verbunden als Übergewicht, das während der gesamten Kindheit und der Pubertät bestand.
Die Untersuchung, so Jenny Kindblom und ihre Co-Autoren, unterstreiche die Bedeutung einer Früherkennung von Übergewicht im Kindes- und Jugendalter. Dem sollte dann im Fall des Falles eine entsprechende Therapie folgen.
Laut dem aktuellen Ernährungsbericht des UNO-Kinderhilfswerkes (UNICEF) sind weltweit 9,2 Prozent der Fünf- bis 19-Jährigen untergewichtig. Jedoch bereits 9,4 Prozent dieser Altersgruppe weisen Adipositas auf. In den USA sind 41 Prozent der Jugendlichen übergewichtig bis adipös, weiters 55 Prozent der Erwachsenen.
Kommentare