Der Himmel drängt vor – und die Seele fordert Raum

Eine Landstraße führt durch eine nächtliche Landschaft mit Sternenhimmel, Wolken und einem einzelnen Baum am Rand.
Das neue Jahr hat begonnen und mit ihm die Energie großer Pläne, mutiger Schritte und tiefgreifender Veränderungen. Zwischen kosmischen Umbrüchen und innerer Einkehr entscheidet sich jetzt, ob wir aus dem Ego handeln oder aus unserer tiefsten Wahrheit.

Von Astrid Hogl-Kräuter

Die Silvesternacht ist längst vorüber – die guten Vorsätze sind noch präsent. Aber die Wissenschaft zeigt: Nach gut drei Wochen sind 40 Prozent der Neujahrsziele gescheitert. Das Gehirn braucht nicht 21 Tage für neue Gewohnheiten, sondern 66 Tage. „Edging God Out„ bezeichnete Wayne Dyer das Ego – das Ausklammern des höheren Selbst. Wenn Vorsätze aus dem Ego entstehen, bauen sie auf Sand. Der beste Vorsatz: klein anfangen, freundlich bleiben, den Prozess würdigen.

Wassermann: Gedanklich abheben

Am 23. Jänner wechselt Mars in den Wassermann – als würde jemand das Fenster aufreißen, während draußen ein Sturm tobt. Die Gedanken fliegen, Ideen entstehen schneller als Worte. Dieser Mars will Freiheit, Inspiration, unkonventionelle Lösungen. Viktor Frankl sagte: „Zwischen Reiz und Reaktion liegt ein Raum. In diesem Raum liegt unsere Macht zur Wahl.“ Dieser Raum wird jetzt gebraucht. Wenn Mars auf Uranus trifft, wenn Neptun in den Widder eintritt, drängt das Leben nach vorne – ungeduldig, fordernd. Wer innehält, wer spürt statt sofort reagiert, findet die Freiheit.

Neptun im Widder: Spiritualität

Am 26. Jänner geschieht etwas Seltenes – Neptun betritt den Widder. Das geschah zuletzt 1862. Spiritualität wird aktiv. Sie wird gelebt. Es geht nicht mehr darum, in meditativer Haltung auf Erleuchtung zu warten. Es geht darum, hinauszugehen, Menschen zu begegnen – und dabei zu spüren, was diese Begegnungen auslösen. Das ist gelebte spirituelle Praxis.

Um den 28. Jänner entsteht eine explosive Mischung: Mars trifft auf Pluto. Pure Mutfrequenz. Alles, wofür bisher der Mut fehlte, kann jetzt angegangen werden. Die Energie des Erschaffens. Diese Frequenz kennt eine Schattenseite. Im Negativen wird aus Mut Macht, aus Durchsetzung Dominanz. Wayne Dyer warnte: „Das Ego ist die falsche Idee, dass du bist, was du hast oder was du tust.„ Wenn das Ego die Führung übernimmt, entsteht Zerstörung statt Schöpfung. Die Einladung: Mut statt Macht. Erschaffen statt bekämpfen. Dort entscheidet sich, ob Energie konstruktiv fließt oder destruktiv verpufft.

Venus und Merkur im Wassermann

Ende Jänner tanzen Venus und Merkur durch den Wassermann. Es entstehen Bekanntschaften, die leicht und inspirierend sind. Begegnungen, die bereichern. Der Fokus liegt auf Authentizität. Was bin ich? Was verkörpert mich, wenn nichts mehr ist? Am 1. Februar leuchtet der Vollmond im Löwen auf. Wärme, Herzlichkeit, Optimismus. Großzügigkeit fließt, Lebensfreude kehrt zurück. Ein perfekter Abend für Freunde. Anfang Februar wirbelt Merkur-Uranus die Gedanken durcheinander – Pläne ändern sich, Nervosität steigt. Ab 6. Februar wechselt Merkur in die Fische: Die Sprache wird weicher, mitfühlender.

Fasching & Sonnenfinsternis 

Am 17. Februar ist Faschingsdienstag – zugleich ereignet sich eine ringförmige Sonnenfinsternis. In Österreich nicht sichtbar, doch ihre Frequenz ist spürbar. Sonnenfinsternisse markieren Wendepunkte, Neuanfänge. An diesem Faschingstag ist es Zeit, eine besondere Maske zu tragen: nämlich gar keine. Authentisch zu sein. Viktor Frankl: „Man kann einem Menschen alles nehmen, außer einem: die letzte der menschlichen Freiheiten – die Freiheit, in jeder gegebenen Situation seine Einstellung zu wählen.“ Wer an diesem Tag ohne Maske geht und voller Freude leuchtet, erlebt vielleicht das beglückendste Gefühl der Welt: Freiheit. Am 14. Februar tritt Saturn endgültig in den Widder ein. Jetzt entsteht Biss, Entschlossenheit, der Wille zu handeln – auch wenn das Konsequenzen mit sich bringt.

Wenn Machtstrukturen fallen 

Ab 18. Februar baut sich die Saturn–Neptun-Konjunktion exakt auf, die im März ihren Höhepunkt erreicht. Grenzen verschwimmen. Machtstrukturen, die nicht mehr der Gemeinschaft dienen, können fallen. Lügengebäude brechen zusammen. Auch Orientierungslosigkeit und innere Schwere sind spürbar. Diese Wochen fordern: Vertrauen, wenn alles wackelt. Sinn finden, wenn nichts klar ist. Aufrecht bleiben, wenn der Nebel dicht wird.

Ausblick 

Was diese Saturn–Neptun–Konjunktion bringt, zeigt sich im März. Eines ist sicher: Alte Systeme, die auf Unwahrheit gebaut sind, werden erschüttert. Neue Wege entstehen für jene, die bereit sind, mutig zu sein. Was jetzt beginnt, ist erst der Anfang einer Reise, die tiefer geht als jede Zeitqualität zuvor.

Und was macht die Liebe? 

Diese bewegt sich zwischen Freiheit und echter Verbindung. Venus im Wassermann öffnet für leichte, offene Begegnungen, während Merkur in den Fischen eine weichere Sprache fördert und Gefühle leichter ausdrückbar macht. Mit zunehmender Intensität der Zeit wächst auch die Anziehung. Nähe entsteht dort, wo Raum bleibt und nichts festgehalten wird. Liebe zeigt sich am stärksten, wenn zwei Menschen einander lassen, wie sie sind – und sich dennoch füreinander öffnen.

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