Mein Partner zahlt immer noch für das Leben seiner Ex-Freundin

Geldkonflikte können belastend sein, vor allem wenn der Ex-Partner noch mitspielt. Psychotherapeut Christian Beer gibt Rat.
Eine Hand hält Geldscheine, die andere Hand hält ein rotes Herz, beide reichen sich gegenseitig die Gegenstände.

Leserin Eherntraud P. (49) fragt: 

Mein Partner (63) zahlt seiner Ex, mit der er nie verheiratet war,  Unterhalt. Sie lebt in einem gemeinsam gekauften Haus im Süden, hat nie gearbeitet und bekommt keine staatliche Hilfe. Dadurch fehlt ihm Geld, etwa  für Urlaub. Ich werde immer wütender.    

Antwort:

Einfach ist diese Situation sicher nicht. Grundsätzlich gilt: Wofür Ihr Partner sein Geld ausgibt, ist zunächst seine Entscheidung. Dass Sie wütend sind, ist dennoch gut nachvollziehbar – vor allem, wenn dadurch gemeinsame Pläne wie ein Urlaub für Sie beide nicht möglich sind. Manche Menschen fühlen sich ehemaligen Partnerinnen oder Partnern gegenüber weiterhin verpflichtet, besonders wenn lange gemeinsame Lebensphasen dahinterstehen oder jemand wirtschaftlich stark  abhängig ist.

Das ist nicht unbedingt falsch, hat aber eine Konsequenz:
Für eine neue Beziehung bleiben möglicherweise weniger finanzielle und emotionale Ressourcen. Wichtig wäre daher, dass Sie das Thema ruhig und klar ansprechen: nicht als Vorwurf, sondern als Frage, wie er sich die Zukunft vorstellt – auch finanziell. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihre Beziehung dauerhaft hinter dieser Verpflichtung zurückstehen muss, sollten Sie gemeinsam klären, ob diese Konstellation für Sie beide wirklich tragfähig ist.

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