Hochverarbeitete Lebensmittel erhöhen Risiko für Knochenbrüche

Sie sind praktisch und rasch verfügbar, doch industriell hergestellte Produkte werden mit einigen gesundheitlichen Risiken in Verbindung gebracht.
Ein Mann liest ein Etikett, während er in einem Supermarkt einkauft.

Von Fruchtjoghurts über Tiefkühlpizzen bis hin zu Frühstücksflocken und Instant-Haferflocken: Hochverarbeitete Lebensmittel gehören für viele Menschen zum Alltag. Sie sind praktisch, oft preiswert und schnell verzehrfertig. Doch ihr übermäßiger Konsum wird seit Jahren mit gesundheitlichen Risiken wie Diabetes, Herz‑Kreislauf‑Erkrankungen und bestimmten Krebsarten in Verbindung gebracht. Nun zeigt eine neue Studie, dass auch die Knochengesundheit darunter leiden kann.

Forschende der Tulane University berichten im British Journal of Nutrition, dass ein hoher Konsum sogenannter ultraverarbeiteter Lebensmittel (UPFs) mit einer geringeren Knochenmineraldichte und einem erhöhten Risiko für Hüftfrakturen verbunden ist. Grundlage der Untersuchung waren Daten von mehr als 160.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus der UK Biobank, die über einen Zeitraum von rund zwölf Jahren beobachtet wurden.

Im Schnitt 8 Portionen hochverarbeiter Lebensmittel pro Tag

Demnach konsumierten die Studienteilnehmenden im Durchschnitt etwa acht Portionen hochverarbeiteter Lebensmittel pro Tag. Für jeweils zusätzliche 3,7 Portionen täglich stieg das Risiko einer Hüftfraktur um 10,5 Prozent. Die Portionsgrößen variieren je nach Produkt, entsprechen im Schnitt jedoch etwa einem Fertiggericht, einem Keks und einer Limonade. 

„Unsere Studiengruppe wurde über zwölf Jahre beobachtet, und wir stellten fest, dass ein hoher Konsum von hochverarbeiteten Lebensmitteln mit einer Verringerung der Knochenmineraldichte an mehreren Stellen, darunter wichtige Bereiche des oberen Oberschenkelknochens und der Lendenwirbelsäule, einhergeht“, sagte Lu Qi von der Tulane University und Koautor der Studie. „Obwohl neuere Studien gezeigt haben, dass der Konsum von hochverarbeiteten Lebensmitteln die Knochengesundheit beeinträchtigen kann, ist dies das erste Mal, dass dieser Zusammenhang direkt am Menschen untersucht wurde.“

Ultraverarbeitete Lebensmittel sind industriell hergestellte Produkte mit hohem Salz‑, Zucker‑ oder Süßstoffgehalt sowie ungesunden Fetten. Sie liefern meist viele Kalorien, enthalten jedoch kaum unverarbeitete oder naturbelassene Zutaten. Nach Angaben der US‑Gesundheitsbehörde CDC werden diese Produkte besonders häufig in Haushalten mit niedrigem und mittlerem Einkommen konsumiert. Im Jahr 2023 machten sie rund 55 Prozent der täglichen Kalorienzufuhr von Jugendlichen und Erwachsenen aus.

„Hochverarbeitete Lebensmittel sind bei jedem Einkauf im Supermarkt leicht zu finden, und diese Erkenntnisse verstärken die Besorgnis darüber, wie sie sich auf unsere Knochengesundheit auswirken könnten“, sagte Qi.

Verminderte Knochendichte

Besonders ausgeprägt war der negative Zusammenhang laut Studie bei Menschen unter 65 Jahren sowie bei untergewichtigen Personen mit einem Body‑Mass‑Index (BMI) unter 18,5. Ein niedriger BMI gilt als Risikofaktor für eine verminderte Knochendichte und könnte die schädlichen Effekte hochverarbeiteter Lebensmittel zusätzlich verstärken. Bei jüngeren Menschen könnte der Effekt laut Qi stärker sein, da ihre Verdauungsfunktion mehr der problematischen Inhaltsstoffe aufnimmt.

Die Ergebnisse knüpfen an frühere Studien an. So zeigte eine Untersuchung aus dem Jahr 2024 einen Zusammenhang zwischen hohem Konsum hochverarbeiteter Lebensmittel und einem erhöhten Osteoporoserisiko. Eine weitere Studie aus dem Jahr 2016 kam zu dem Ergebnis, dass die Nähe zu Fast‑Food‑Restaurants bei schwangeren Frauen mit einer geringeren Knochenmineraldichte ihrer Säuglinge verbunden war.

„Unsere Ergebnisse sind nicht überraschend“, sagte Qi. „Hochverarbeitete Lebensmittel werden immer wieder mit verschiedenen ernährungsbedingten Erkrankungen in Verbindung gebracht, und die Knochengesundheit hängt von einer angemessenen Ernährung ab.“

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