Wissen | Gesundheit
14.05.2018

Frau verlor zwei Jahre lang Hirnflüssigkeit durch die Nase

Die 52-Jährige aus den USA interpretierte das Symptom als starken Schnupfen.

Zwei Jahre lang dachte Kendra Jackson aus dem US-Bundesstaat Nebraska, dass sie eine Allergie hätte oder einen starken Schnupfen. Wie CNN berichtet, begann ihre laufende Nase etwa zweieinhalb Jahre nach einem Autounfall. Dabei war ihr Gesicht aufs Armaturenbrett geknallt. Seither litt die 52-Jährige unter Migräne.

Für ihre laufende Nase hatten die Ärzte keine Erklärung. Medikamente halfen nicht. Mit Verdacht auf eine Allergie wurde Jackson immer wieder nach Hause geschickt, ein auslösender Reiz wurde nicht gefunden. Manchmal wachte Kendra Jackson in der Früh auf und die komplette Vorderseite ihres T-Shirts war durchnässt. Bis zu einem halben Liter Flüssigkeit verlor sie nach eigenen Angaben jeden Tag.

Hirnwasser tropfte

Bis nach zwei Jahren schließlich festgestellt wurde, dass es sich nicht um Schnupfen handelte. Die Diagnose: Hirnwasser, auch Liquor cerebrospinalis, tropfte durch ein kleines Loch im Schädel der Amerikanerin. Dieses ist farblos und klar und schützt Hirn und Knochenmark.

Zu einer solchen Symptomatik kommt es sehr selten. Etwa fünf von 100.000 Patienten seien laut Ärzten jährlich weltweit betroffen. In Jacksons Fall gehen die Ärzte davon aus, dass ihr Autounfall das kleine Loch in ihrer Schädeldecke verursachte. Durch den Aufprall könnte sie sich ein Schädel-Hirn-Trauma zugezogen haben. Durch steigenden Druck im Gehirn entwich die Flüssigkeit durch das Loch in der Nase.

Dies ist laut ihren behandelnden Ärzten lebensgefährlich, da es zu Infektionen kommen kann, etwa einer Hirnhautentzündung. Kendra Jackson hatte allerdings Glück. Die Ärzte konnten das Loch mithilfe von Haut- und Fettgewebe reparieren. Ein Monat nach der Diagnose wurde sie aus dem Krankenhaus entlassen.