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Wissen Gesundheit
11/08/2021

Covid-19 hat negativen Einfluss auf prosoziales Verhalten

Neue Studie der Uni Innsbruck belegt den negativen Einfluss der Pandemie auf Schüler und Schülerinnen.

Eine Infektion mit dem Corona-Virus innerhalb der Familie führt bei Schülern aus sozioökonomisch schwächer gestellten Familien zu einer drastischen Verringerung des prosozialen Verhaltens. Das heißt, ihre Bereitschaft, anderen Personen zu vertrauen, mit ihnen zu kooperieren bzw. ihnen zu helfen, sinkt deutlich. Diese Erkenntnis liefert eine Studie, an der der Verhaltensökonom Matthias Sutter führend beteiligt ist. Sutter ist an den Universitäten Innsbruck und Köln sowie am Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern tätig ist.

Fast dreifach vergrößert

Ursprünglich wurde die Studie noch vor der Covid-19-Pandemie begonnen, Freundschaftsnetzwerke unter Schülern zu untersuchen. Dazu konnten sie bereits im Herbst 2019 in französischen Oberschulen 5.000 Datensätze sammeln. Ihre Experimentenreihe haben die Forscher schließlich während der Pandemie mit einer geringeren Anzahl derselben Schüler wiederholt.

Dabei konnten sie einen interessanten Zusammenhang feststellen, der nicht Fokus der eigentlichen Studie war: „Nachdem die Prosozialität bei Schülern mit niedrigem Sozialstatus bereits vor der Pandemie geringer war, zeigen unsere Daten, dass Covid-19-Infektionen in den Familien die Prosozialitätslücke zwischen den Teilnehmern mit hohem und solchen mit niedrigem Sozialstatus im Vergleich zu den Werten vor der Pandemie nochmal fast dreifach vergrößert haben“, sagt Sutter.

Probleme für den Arbeitsmarkt

Die Relevanz dieses Ergebnisses sieht der Wirtschaftsforscher vor allem darin, dass prosoziales Verhalten ein entscheidender Faktor für den Erfolg einer Person auf dem Arbeitsmarkt ist. „Für den Zusammenhang zwischen prosozialem Verhalten und dem Erfolg auf dem Arbeitsmarkt gibt es klare Belege aus früheren verhaltensökonomischen Studien. Die Bedeutung dieser Soft-Skills ergibt sich letztendlich daraus, dass es auch im Joballtag darum geht, dass man gut miteinander auskommt“, erklärt Sutter.

Während bestätigt ist, dass die Corona-Pandemie in sozioökonomisch schwächer gestellten Haushalten zu höheren Mortalitätsraten und häufigeren Jobverlusten führte, werden negative Effekte auf prosoziales Verhalten erst aus der aktuellen Studie ersichtlich. „Die Vermutung ist, dass diese Entwicklung den betroffenen jungen Erwachsenen langfristig schaden wird und daraus eine zusätzliche Benachteiligung für sie entsteht. Ein Aspekt, der bisher kaum Beachtung in der öffentlichen Diskussion bekommt“, gibt Matthias Sutter zu bedenken.

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