Patients are treated at the coronavirus disease (COVID-19) ICU in Darmstadt

© REUTERS / KAI PFAFFENBACH

Wissen Gesundheit
06/21/2021

Corona-Studie: Neurologische Probleme bei Krankenhauspatienten

Zwei Monate nach Erkrankung waren bei über 50 Prozent Gedächtnis, räumliches Denken und Informationsverarbeitung gestört.

Covid-19-Patienten leiden laut einer auf dem siebenten Kongress der European Academy of Neurology (EAN) im Austria Center Vienna vorgestellten italienischen Studie zwei Monate nach ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus an neurologischen Problemen. Untersuchungen von Patienten acht Wochen nach ihrer Erkrankung ergaben demnach Störungen in den Bereichen Gedächtnis, räumliches Bewusstsein und Informationsverarbeitung.

Bleibende Probleme

"Unsere Studie hat bestätigt, dass signifikante kognitive und Verhaltensprobleme mit Covid-19 assoziiert sind und auch einige Monate nach der Remission der Krankheit bestehen bleiben", erklärte deren leitender Autor, Massimo Filippi vom Wissenschaftlichen Institut und der Universität Vita-Salute San Raffaele in Italien.

Als weitere mögliche Nachwirkungen des Virus wurden zudem bei jedem fünften Patienten eine posttraumatische Belastungsstörung festgestellt, 16 Prozent davon klagten über depressive Symptome.

Viele kognitive Störungen

Für die Studie wurden zwei Monate nach der Erkrankung mehrere neurokognitiven Fähigkeiten getestet und MRT-Scans des Gehirns der Patienten durchgeführt. Über 50 Prozent der Patienten berichteten von kognitive Störungen.

16 Prozent hatten Probleme mit ausführenden Funktionen, wie etwa dem flexiblen Denken und der Informationsverarbeitung, sechs Prozent visuell-räumliche Probleme, also Schwierigkeiten bei der Beurteilung von Tiefe und Kontrast, weitere sechs wiesen Gedächtnisstörungen auf und bei jedem vierten Betroffenen zeigte sich eine Kombination all dieser Symptome.

Alarmierendes Ergebnis

"Ein besonders alarmierendes Ergebnis sind die Veränderungen bei den ausführenden Funktionen, die es den Menschen schwer machen, sich zu konzentrieren, zu planen, flexibel zu denken und sich an Dinge zu erinnern. Diese Symptome betrafen drei von vier jüngeren Patienten im erwerbsfähigen Alter", sagte Filippi weiter.

"Es sind größere Studien und längerfristige Folgeuntersuchungen erforderlich, aber diese Studie legt nahe, dass Covid-19 mit signifikanten kognitiven und psychopathologischen Problemen assoziiert ist", erklärte Elisa Canu vom Krankenhaus San Raffaele in Mailand, die Erstautorin der Studie, abschließend.

Eine angemessene Nachbetreuung und Behandlung sei jedenfalls von entscheidender Bedeutung, um sicherzustellen, dass Patienten, die im Krankenhaus behandelt wurden, auch angemessen unterstützt werden, um diese Symptome zu lindern."

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