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Affenpocken: EU bestellt 110.000 Impfstoffdosen

Ab Juni sollen die ersten Lieferungen an jene Staaten erfolgen, die am meisten Bedarf haben.

06/14/2022, 11:21 AM

Die EuropĂ€ische Union wappnet sich gegen die steigende Zahlen von Affenpocken weltweit. "Heute werden wir einen Vertrag ĂŒber fast 110.000 Impfstoffdosen gegen Affenpocken abschließen", gibt die EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides auf Twitter bekannt.

Wie die EU-Kommission mitteilte, wurde der Vertrag mit dem Unternehmen Bavarian Nordic ĂŒber 109.090 Dosen Impfstoff der dritten Generation am Dienstag geschlossen. Der Impfstoff solle den 27 EU-Staaten sowie Norwegen und Island zur VerfĂŒgung stehen.

Staaten mit dringendem Bedarf

Finanziert durch das EU-Gesundheitsprogramm EU4Health werden die Dosen im VerhĂ€ltnis zur Bevölkerung geliefert, wobei mit den Staaten mit dem dringendsten Bedarf begonnen werden soll.

Es sei ein klares Signal, dass HERA (Health Emergency Preparedness and Response Authority) entschlossen auf Gesundheitsbedrohungen reagieren kann. Die erste Lieferung an die EU-Staaten soll laut Kyriakides bereits Ende Juni erfolgen.

Nur fĂŒr Erwachsene

Der nun gekaufte Impfstoff ist nach Angaben der EU-Kommission auf EU-Ebene bislang nur fĂŒr Erwachsene gegen Pocken zugelassen. Jedoch schĂŒtze das Vakzin auch gegen Affenpocken. Einige EU-Staaten hĂ€tten auf nationaler Ebene bereits Ausnahmegenehmigungen fĂŒr den befristeten Gebrauch des Impfstoffs gegen Affenpocken erteilt.

In Deutschland hatte die StĂ€ndige Impfkommission vergangene Woche eine Affenpocken-Impfung fĂŒr bestimmte Risikogruppen und Menschen, die engen Kontakt zu Infizierten hatten, empfohlen. Ein erhöhtes Infektionsrisiko sieht die Stiko bei MĂ€nnern, die gleichgeschlechtliche sexuelle Kontakte mit wechselnden Partnern haben. Zwar können sich alle Menschen ĂŒber engen Körperkontakt anstecken, doch die FĂ€lle in Deutschland seien "bisher ausschließlich bei MĂ€nnern der MSM-Community aufgetreten“ schrieb die Stiko. Diese Gruppe sollte deshalb besonders geschĂŒtzt werden. MSM steht fĂŒr „MĂ€nner, die Sex mit MĂ€nnern haben“.

Auch Personal von Speziallaboratorien komme unter UmstĂ€nden fĂŒr eine vorsorgliche Impfung infrage. Der Beschlussentwurf der Empfehlung muss nun noch in ein sogenanntes Stellungnahmeverfahren und ist noch keine endgĂŒltige offizielle Empfehlung.

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