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Dickmacher
10/18/2016

Flüssige Dickmacher: Alkohol schlägt Softdrinks

Bis zu vier Mal so viele Kalorien nehmen die Menschen über Bier & Co. zu sich.

Dass wir nicht nur über Nahrung, sondern auch über Getränke Kalorien aufnehmen, ist bekannt – bisher wurde angenommen, dass zuckerhaltige Softdrinks das Hauptproblem sind. Ein neuer Report legt nun nahe, dass alkoholische Getränke die größere Gefahr darstellen.

Laut einer Analyse von Euromonitor International konsumieren die Menschen in den meisten Ländern mehr Kalorien durch Alkohol als durch Limonaden, Coca-Cola und ähnliche Drinks. Das Portal untersuchte die Daten aus 24 Ländern weltweit – bis auf ein Land (Taiwan) waren die Alkohol-Kalorien überall höher als die Softdrink-Kalorien. Spitzenreiter ist Südkorea: Dort nehmen die Menschen pro Tag fast vier Mal so viele Kalorien durch Alkohol zu sich (168 kcal) wie durch süße antialkoholische Getränke (44 kcal).

Auf den Plätzen folgen Polen, Deutschland, Tschechien, Finnland, Japan, Russland, Frankreich, das Vereinigte Königreich und Bulgarien. Österreich war nicht Teil der Analyse.

Keine Angaben

Zuckerhaltige Softdrinks sind schon lange im Visier der Gesundheitsexperten – erst vor Kurzem beschloss England eine Steuer auf die vor allem bei Kindern beliebten Drinks. Gegen alkoholische Getränke wurde bisher jedoch wenig unternommen. Im Gegensatz zu Softdrinks werden Bier, Wein und Spirituosen bis jetzt nicht automatisch mit Kalorienangaben versehen. Dabei enthält ein Viertel Rotwein oder ein großes Bier ca. 200 kcal.

"Der Grund, weshalb Softdrinks schon lange in der Kritik stehen, ist, dass sie flüssige Kalorien sind. Wir haben aber keinen Mechanismus, der uns sagt, dass wir dafür nach dem Getränk weniger essen sollen", erklärte Sara Petersson von Euromonitor International der britischen Zeitung The Guardian. "Beim Alkohol funktioniert es gleich – nur, dass er noch schlechtere Auswirkungen auf die Gesundheit hat und den Appetit noch zusätzlich stimuliert. Er sorgt dafür, dass wir noch mehr essen."

Die Studienergebnisse würden allerdings nicht bedeuten, dass der Konsum von Zucker nicht weiterhin reduziert werden müsse, betont Petersson. "Das ist entscheidend, weil er eine sehr wichtige Ursache für Übergewicht ist." Genauso wichtig sei es allerdings, den Alkoholkonsum in Angriff zu nehmen, sagt die Analystin. Denn dieser führe zu Übergewicht und in weiterer Folge zu Herzkrankheiten, Typ-2-Diabetes oder Krebs.

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