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12/05/2011

Essen, Wetter überschätzt - Lebensstil unterschätzt

Wissenswertes rund um das Thema Kopfschmerz

Rund 800.000 Österreicher leiden an Migräne. "Die Belastung bzw. Behinderung im Alltag, die das Leiden mit sich bringt, ist höher als bei rheumatischen und vielen anderen neurologischen Erkrankungen", sagt der Neurologe Prim. Univ.- Doz. Christian Lampl, Präsident der Österreichischen Kopfschmerzgesellschaft.

Zukünftige Therapien
Zur Behandlung akuter Migräneattacken könnte es in zwei bis drei Jahren eine neue Medikamentenklasse geben (CGRP-Antagonisten) , so Experten auf dem Schmerzkongress. Lampl und Univ.-Prof. Christian Wöber, Leiter des Spezialbereiches Kopfschmerz der MedUni Wien, sind aber skeptisch: "Aus heutiger Sicht ist wegen seltener Nebenwirkungen völlig offen, wann und ob überhaupt diese Präparate auf den Markt kommen."

Botox
Neue Daten zeigen, dass zumindest 30 Prozent der Patienten mit chronischer Migräne (mehr als 15 Tage Kopfschmerz, zumindest acht Anfälle pro Monat) von Botox-Injektionen im Gesichts- und Nackenbereich profitieren. "Noch läuft aber das Zulassungsverfahren. Erst danach wird klar sein, ob die Kassen die Kosten übernehmen", betont Wöber.

Triptane
Sie können bei mehr als der Hälfte der Patienten die Häufigkeit und Schwere der Anfälle reduzieren. Es kann aber sein, dass ein Patient mehrere dieser Präparate ausprobieren muss, bis er das für ihn am besten geeignete gefunden hat. Hier ist Geduld gefragt.

Lebensstil
Lebensmittel und Wetter werden nach Ansicht der beiden Neurologen als Migräne-Auslöser deutlich überschätzt, der Lebensrhythmus (z.B. Stress, Schlafmangel) hingegen unterschätzt. Lampl: "Es gibt Patienten, deren Risiko für einen Migräne-Anfall z.B. bei acht Stunden Schlaf sehr gering, bei nur sechs Stunden hingegen viel höher ist. Deshalb ist persönliche Beratung so wichtig für einen Therapieerfolg. Hier benötigen wir mehr Aufklärung."

Komplementärmedizin
"Akupunktur ist gegen Migräne genauso wirksam wie ein vorbeugendes Medikament", sagt Lampl. Viele Patienten profitieren auch von der Progressiven Muskelentspannung nach Jacobson, Biofeedback und generell Entspannungstechniken. Wöber: "Eine gewisse Wirkung zeigen auch hoch dosiertes Riboflavin (Vitamin B2), Co-Enzym Q10 und Magnesiumpräparate."

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