Die meisten Malaria-Opfer sind Kinder unter fünf Jahren. Seit Jahrzehnten forschen Wissenschaftler an einem Impfstoff gegen die tödliche Krankheit, jetzt steht erstmals einer knapp vor der Zulassung.

© APA/EPA/DAI KUROKAWA

Positive Behördenstellungnahme
07/24/2015

Erster Impfstoff gegen Malaria kurz vor Zulassung

Er soll vor allem Kleinkinder im südlichen Afrika schützen.

Erstmals steht ein Impfstoff gegen die tödliche Tropenkrankheit Malaria kurz vor der Zulasung. Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) veröffentlichte am Freitag in London eine positive Bewertung des Mittels Mosqurix (RTS,S). Trotz begrenzter Wirksamkeit überwiegen demnach die Vorteile des Impfstoffes mögliche Risiken. Eine mehrjährige Studie an Säuglingen und Kleinkindern in Afrika ergab, dass Mosquirix für einen Zeitraum von bis zu vier Jahren einen Impfschutz von 26 bis 36 Prozent bietet.

Das sei zwar nicht befriedigend, sagt Peter Kremsner vom Uni-Klinikum in Tübingen, der eine Studie mit dem Präparat in Gabun leitete: "Aber es ist das Beste, was es nach 100 Jahren Forschung gibt. Bisher hatten wir immer nur null oder sogar eine schädliche Wirkung mit den verschiedenen Impfstoffkandidaten."

Schutz für Kleinkinder

Der Impfstoff der Firma GlaxoSmithKline (GSK) soll für Kinder im Alter zwischen sechs Wochen und 17 Monaten zugelassen werden.

Der in Kooperation mit der PATH Malaria Vaccine Initiative (MVI) entwickelte Impfstoff RTS,S ist der erste und bisher einzige Impfstoff zur Vorbeugung gegen Malaria, der soweit gekommen ist.

Fast 600.000 Todesfälle

2013 starben 584.000 Menschen an Malaria. Rund 90 Prozent dieser Todesfälle traten in den südlich der Sahara gelegenen Regionen auf, 83 Prozent der Opfer waren Kinder unter fünf Jahren.

Die Daten, auf die sich der Zulassungsantrag stützt, stammen hauptsächlich aus klinischen Studien, an denen über 16.000 Kleinkinder teilgenommen haben, und die von 13 afrikanischen Forschungszentren in acht afrikanischen Ländern (Burkina Faso, Gabun, Ghana, Kenia, Malawi, Mozambique, Nigeria und Tansania) von PATH und GSK durchgeführt worden sind.

In Gebieten mit der höchsten Malaria-Belastung konnten pro 1.000 geimpfter Kinder mehr als 6.000 Malariaerkrankungen verhindert werden.

Wie die Impfung wirkt

RTS,S ist so entwickelt worden, dass das Immunsystem den Malariaparasiten Plasmodium falciparum abwehren kann, wenn er das erste Mal in den Blutkreislauf des menschlichen Wirts eindringt und dann die Leberzellen infiziert. Der Impfstoff verhindert, dass der Parasit die Leber infiziert, dort heranreift und sich vermehrt, woraufhin er erneut in den Blutkreislauf eindringen und die roten Blutkörperchen infizieren würde, was dann zur Krankheitssymptomatik führt.

Allerdings: Die Wirkung von Mosqurix lässt schon nach einem Jahr deutlich nach. Und ob eine jährliche Auffrischung den Impfschutz dauerhaft aufrechterhält, ist bislang nicht ausreichend geprüft.

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