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Studie
10/01/2014

Die Weltbevölkerung wird immer älter

Studie aus Österreich: Bringt auch viele Vorteile.

Die Weltbevölkerung wird zwar immer älter, ist jedoch nicht darauf vorbereitet. Das ist das Fazit des "Global AgeWatch Index" http://helpage.org/global-agewatch , einer Bewertung der Lebensqualität von Menschen über 60 Jahren. Die von HelpAge International durchgeführte Bewertung basiert auf Faktoren wie Einkommenssicherheit, Gesundheit und Lebensumfeld.

Österreich schneidet mit einem Wert von 14 insgesamt sehr gut ab. Ein Schwachpunkt sind laut Studie die schlechten Arbeitsmöglichkeiten für ältere Menschen. Das Älterwerden wird einem Bericht des New Scientist zufolge häufig als Phänomen der reichen Länder angesehen. Es ist jedoch weltweit ein Thema.

Ältere Menschen finden in ärmeren Ländern jedoch eher schlechtere Lebensbedingungen vor. Der Global AgeWatch Index geht davon aus, dass die Zukunft vor allem für arme alte Menschen schwer werden wird. Afghanistan bietet die schlechtesten Lebensbedingungen, gefolgt von Mosambik und den palästinensischen Gebieten. Am besten sind die Lebensbedingungen in Norwegen, Schweden und der Schweiz.

Weltweiter Trend

Weltweit hat sich die Lebenserwartung in den vergangenen 50 Jahren auf 66 Jahre erhöht. Vor 100 Jahren lag zum Beispiel die Lebenserwartung der Briten bei 47 Jahren. Heute liegt weniger als ein Dutzend Länder unter diesem Wert. Menschen in Costa Rica, Taiwan und auf Kuba können heute davon ausgehen, dass sie so alt werden wie die Amerikaner.

Eine Reihe immer reicher werdender Länder ignoriert laut der Studie jedoch die älteren Einwohner. Heute in der Türkei alt zu sein, ist so schlimm wie in Kambodscha. Mexiko, das viel ärmer ist als die Türkei, schneidet hier deutlich besser ab und ist heute für ältere Menschen ein besserer Ort zum Leben als Italien oder Portugal.

Die Lebenserwartung nimmt in reichen und in armen Ländern laut der Untersuchung zu. Eine Frau mit 60 Jahren kann heute davon ausgehen, dass sie 82 wird. Die Lebenserwartung bei Männern liegt bei rund 79 Jahren. In China leben heute bereits mehr alte Menschen als in jedem anderen Land. Bis zur Mitte des Jahrhunderts werden hier wahrscheinlich 150 Mio. Menschen älter als 75 Jahre sein.

In Ländern mit geringen und mittleren Einkommen erhält nur eine von vier Personen über 65 Jahren eine Pension. Obwohl Frauen älter werden, ist es laut der aktuellen Erhebung weniger wahrscheinlich, dass sie auch eine Pension erhalten. Diese Vernachlässigung führt laut der Studie dazu, dass ältere Menschen viel weniger zum Leben der Gemeinschaft beitragen können als sie eigentlich in der Lage wären. Viele werden von ihren Kindern abhängig sein.

Auch positive Auswirkungen

Die Folgen der alternden Gesellschaft müssen nicht nur negativ sein. Das zeigt eine im Fachjournal „Plos One“ veröffentlichte Studie des Internationalen Instituts für angewandte Systemanalyse (IIASA) in Laxenburg bei Wien. Durch das steigende Alter gebe es zwar immer weniger Arbeitskräfte, die verbleibenden seien aber zunehmend besser gebildet und könnten den Rückgang durch höhere Produktivität teilweise ausgleichen. Positive Auswirkungen seien auch für die Umwelt zu erwarten, da die Änderung der Altersstruktur und die abnehmende Bevölkerungsgröße mit einem geringeren Konsum energieintensiver Produkte und geringeren Kohlendioxid-Emissionen einhergingen.

Durch das höhere Alter würde der erarbeitete Wohlstand auch vermehrt mit der jüngeren Generation geteilt, meinen die Forscher. So würden etwa durch die sinkende Kinderzahl Erbschaften auf weniger Kinder aufgeteilt. Auch die Lebensqualität werde steigen, erwarten die Wissenschafter, vor allem durch mehr Freizeit als bisher im Vergleich zum Aufwand für Arbeit und Haushalt.
Schließlich würden die Menschen durch die steigende Lebenserwartung auch immer länger gesund leben. Laut Studie wird ein durchschnittlicher Deutscher 2050 rund 80 Prozent seines Lebens in gutem Gesundheitszustand verbracht haben, heute sind es nur 63 Prozent.

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