Die Top-10 Fitnesstrends 2015

Athletisch statt mager lautet das neue Schönheitsideal. Mit diesen Fitnesstrends machen Sie heuer eine gute Figur.

1. Yoga auf dem Wasser. Auf Seen und ruhigen Gewässern sind die überdimensionalen Surfbretter für Stand Up Paddling (SUP) schon fast nicht mehr wegzudenken. Statt sitzend im Boot zu rudern, paddeln immer mehr im Stehen. Mal entspannt langsam, mal anspruchsvoll schnell. Einfallsreiche Fitness-Anbieter haben sich inzwischen etliche alternative Einsatzmöglichkeiten ausgedacht – etwa SUP Yoga. Hierbei ankert man mithilfe eines Wasserkanisters, um nicht abzutreiben. Dann werden zu Wasser auf dem Brett typische Yoga-Übungen ausgeführt. Die besondere Herausforderung: Es ist viel mehr Gleichgewichtssinn gefragt, sonst platscht man ins Wasser (etwa bei www.suptraining.at, www.markamri.at um 20€ pro Einheit). Beim www.supcenter-wien.at gibt es zudem SUP Pilates (Schnupperstunde um 15 €) und entspannendes Afterwork-Paddeln in den Sonnenuntergang (um 15 €). Ein ideales Ganzkörper-Workout und Balance-Training für alle, die sich bei Schönwetter outdoor auspowern wollen – Abkühlung inklusive. 2. Funktionelles  Training. Den größten Hype gibt es derzeit um Crossfit und Freeletics. Im Prinzip geht es darum, in kurzer Zeit Kraft, Beweglichkeit, Ausdauer und Koordination zu verbessern. Wer die intensiven Programme durchhält, spürt und sieht schnell Fortschritte. Bei Crossfit geschieht das meist in urigen Räumen mit Lagerhallen-Flair, wo die einen Kettlebell-Gewichte schwingen und die anderen an Seilen hochklettern, etc. – quasi ein Spielplatz für Erwachsene, wo  versucht wird, in einer vorgegebenen Zeit immer mehr Wiederholungen zu schaffen (diverse Anbieter, etwa www.crossfitvienna.at oder www.crosszone.at, Preise bei einem Jahresabo ca. 90 €/Monat). Freeletics funktioniert über eine kostenlose App, die eine bestimmte Zahl von Workouts vorgibt – hier ist das Ziel, die Übungen in immer kürzerer Zeit zu schaffen. Trainieren kann man überall, über Facebook schließen sich aber viele zusammen, um sich zum gemeinsamen Outdoor-Workout zu treffen. Ein personalisiertes Training über die App kostet ca. 13 €/Monat). Achtung: Sowohl bei Crossfit wie auch bei Freeletics gilt, hohe Verletzungsgefahr!
  3. Faszientraining. Es klingt  neu, es klingt professionell und es klingt effektiv. Dabei bezeichnen Faszien im Prinzip eigentlich nur das Bindegewebe zwischen Muskulatur und Haut. Trotzdem gibt es neue Ansätze dieses Gewebe zu trainieren – sonst lässt es die Haut nämlich entweder schlaff herunterhängen oder verhärtet sich wie Filz und man wird immer unbeweglicher. Die Trainingsmöglichkeiten sind vielfältig: Zum einen kann man sich die Faszien selbst mit speziellen Rollen  aus Schaumstoff oder Hartplastik auswalken (z.B. Blackroll), was Verhärtungen löst. Außerdem werden immer mehr Gruppentrainings angeboten, bei denen der Fokus auf der Mobilisierung der Faszien liegt. Das Ziel ist dabei immer, ganze Muskelketten zu beanspruchen
und damit die Bewegungsabläufe geschmeidiger zu machen. Im Bild
werden unterstützend Smovey-Ringe dazugenommen (z.B. bei www.loft25.at um 10 €/Stunde). 4. Ballett für Große. Zugegeben, zur Prima Ballerina wird man mit diesem Training nicht mehr – quasi als Gegenpol zu urigen Workouts wie Crossfit und Freeletics, bei denen der Körper auf Teufel komm raus gestählt wird, erlebt Ballett für Erwachsene einen Boom. Bei der sogenannten Barre-Fitness stehen elegante Bewegungen, Körperbeherrschung und Flexibilität im Vordergrund. An der Ballett-Stange werden Po und Beine gedehnt und trainiert, bis es in den Muskeln brennt. Darauf folgen Arm- und Core-Übungen mit kleinen Hanteln – das Training vereint Elemente aus Ballett, Pilates, Yoga, Kraft-, Balance- und Dehnübungen. Ziel ist ein figurorientiertes Cardio-Workout, bei dem Bauch, Beine, Po und Arme gestrafft und gefestigt werden. Zudem wird die Körperhaltung verbessert und es entsteht eine elegantere Ausstrahlung.
Probieren kann man das Training etwa bei www.thebodyconcept.at (Schnupperstunde um 8 €) oder in Linz etwa bei www.perfectpole.at/barre (Schnuppern um 5 €). 5. Billig ins Fitnesscenter. Preislich sind  9,90 € im Monat für ein Studio mit Gewichten, Kraft- und Cardiogeräten quasi geschenkt – „High5“ (www.high5.com) legt den  Schwerpunkt auf Functional Training und ist eine neu eröffnete Tochter der ohnehin schon sehr günstigen McFIT-Kette (www.mcfit.com), wo man für 19,90 € sogar rund um die Uhr trainieren kann. Konkurrenz gibt es um den gleichen Preis durch FitInn (www.fitinn.at). Ausstattung und Design sind sehr einfach gehalten – für Schmankerln wie die Benutzung der Duschen zahlt man extra. Erfahrene Fitness-Junkies mit eigenem Trainingsplan, die wissen, welche Geräte sie wie für sich nutzen, können sich hier um wenig Geld austoben. Fitness-Einsteiger könnten allerdings schnell überfordert sein – da empfiehlt sich zumindest für den Anfang einen Personal Trainer (ab 10 € pro Einheit) dazuzubuchen, um nicht ahnungs- und planlos vor den Geräten zu stehen.  6. Personal-Group-Training. Viele fühlen sich ohne Anleitung im Fitnesscenter schnell einmal verloren, können oder wollen sich aber keine Einzelstunde mit einem Personal Trainer leisten. Genau auf dieses Problem geht das Konzept von „Five Progressive Fitness“ ein: Nach einem individuellen Leistungs- und Fitnesscheck werden die Teilnehmer nach fünf Leistungsstufen eingeteilt und trainieren dann abgestimmt auf ihre Bedürfnisse unter den strengen Augen eines Personal Trainers in Gruppen von maximal 12 – Drill-Faktor inklusive (www.five-fitness.at, Startgebühr 79 €, dann ab 99 € im Monat). Alternative für jene, die sich nicht an ein Studio binden wollen:
Einige Personal Trainer bieten unabhängig organisierte Fitness-Stunden in Kleingruppen an (z. B. unter www.healthcore.at, Probestunde 10 €). 7. Mit Profi-Hilfe besser werden. Was für Spitzensportler schon lange zum Standard gehört, leisten sich auch immer öfter Fitnessbegeisterte, die ihre Leistung verbessern und ihre Verletzungsgefahr verringern wollen. Bei einer Laufanalyse wird etwa per Hochgeschwindigkeitskamera überprüft, wie man seine Schritte setzt, ob Gelenke kippen, nachgeben oder ob man die Hüfte beim Laufen verdreht. Je nach Diagnose können Fehlstellungen etwa mit Einlagen oder mit Lauftechnik-Training verbessert werden – außerdem vermeidet man  künftige Verletzungen durch Fehlbelastungen (Paket ab 144 € etwa bei www.mza.at). Genauso gefragt sind neuerdings Schwimm-Trainings, um beispielsweise seine Kraul-Technik im Wasser zu verbessern. Wer es noch genauer wissen will, macht eine Stoffwechsel-Analyse und findet heraus, wie gut sein Körper Fett, Kohlenhydrate und Proteine verbrennt und bei welchem Puls Ausdauer und Leistung am besten funktionieren (Paket um 175 €, www.healthpi.at). 8. Sportlich mit Hightech. Sie zählen Schritte, konsumierte und verbrauchte Kalorien, sie messen die Herzfrequenz, überwachen den Schlaf und manche vibrieren sogar, wenn man zu lange am Schreibtisch sitzt. Damit werden Menschen daran erinnert, eine kleine Pause zu machen, um sich zu bewegen. Der Markt mit den Fitnesstrackern steht gerade erst am Anfang und die Anbieter ringen darum, sich gegenseitig zu überbieten. In den USA zeichnet eine Krankenkasse die Fitnessdaten ihrer Kunden auf und zahlt ihnen sogar einen Bonus, wenn sie genug Bewegung machen.  Die Herausforderung ist, bei der großen Auswahl an Anbietern und Features den richtigen Tracker für die eigenen Bedürfnisse zu finden. Neben optischen Ansprüchen oder dem Wunsch, dass das Armband dann auch als Uhr dient (ist nicht selbstverständlich), hat jeder Anbieter gewisse Schwerpunkte. Alle werden jedenfalls in Kombination mit einer App am Smartphone bedient. Zu den Marktführern gehören Fitbit, Jawbone, Garmin und Misfit. Je nach Modell und Funktionen variieren die Preise ab ca. 80 €. 9. Trampolin. Hüpfen bringt den  Kreislauf auf Hochtouren – das wissen wir schon von der Hüpfburg und vom Seilspringen. Nun rückt das Trampolin im Fitness-Sektor in den Mittelpunkt.  Alternativ zum Laufband, zum Crosstrainer oder zur Spinning-Stunde werden die Kalorien weggehüpft. Der Vorteil: Das Training ist sehr gelenkschonend und geht in die Tiefenmuskulatur. Bei der Kombination von langsamen und schnellen Sprüngen werden Balance- und Kraftübungen eingebaut. Obendrein ist das Training sehr zeitsparend: Schon zehn Minuten Trampolinspringen sind genauso effektiv wie eine halbe Stunde Joggen – dementsprechend kommt man gehörig ins Schwitzen. Das beschwingte Hüpfen bringt dafür auch die Stimmung in Schwung. Für das Training daheim gibt es speziell gefederte Modelle (Trimilin-Trampolin ab 179 € im Fachhandel, Trainings-DVD etwa um 24,90 € unter www.balance-swing.de). Infos zu Anbietern von Hüpf-Workouts im Studio gibt es hier: www.jumping-fitness.com 10. Cruisen mit dem Longboard. Als Vorgänger des Skateboards ist der aktuelle Hype um Longboards eigentlich total retro.
Wie der Name schon sagt, ist es länger als das Skateboard und dementsprechend kann man nicht so ausgefallene Tricks damit machen – dafür lässt es sich mit dem Surfbrett für die Straße herrlich durch die Stadt cruisen. Auch wenn es etwas behäbig daherkommt, erreichen professionelle Downhill-Longboarder  Geschwindigkeiten bis über 100 km/h. Zwar geht es dem Otto-Normal-Cruiser mehr um das relaxte Surfgefühl als um  Speed, trotzdem ist die Sturzgefahr nicht zu unterschätzen – also keinesfalls auf einen Helm verzichten. Wer neugierig auf das Straßensurfen ist, bekommt etwa am Wiener Gänsehäufel eine Einführung und kann sich um 10 € (inkl. Schutzausrüstung) einen ganzen Tag lang  die Donaubrise durch die Haare wehen lassen (www.longboarding-wien.at).

Schlank  ist nicht gleich schlank – und einfach nur mager zu sein, ist weder schön, noch gesund. „Skinny Fat“ (engl. dünn und fett) nennt man Menschen, die zwar so dünn sind, dass sie automatisch zur kleinsten Kleidergröße greifen, aber trotzdem wabbelt alles an ihnen. Der Po hängt flach, der Körper ist weich und die Muskulatur schwach. Gründe dafür sind schlechte Ernährung oder (zu) strenge Diäten, sowie mangelndes oder falsches Training. Einfach nur schlank zu sein, reicht nicht mehr – ganz im Gegenteil, der aktuelle Fitnessboom führt zu einem Umdenken: Lieber fester und fit als schlank und schlapp.

Und so lassen sich bei In- und Outdoor-Trainings immer mehr Fitnessbegeisterte blicken, denen es nicht mehr darum geht, möglichst dünn zu werden – sie wollen einen knackigen Po, definierte Oberarme, athletische Beine und einen straffen Bauch. Die Körpermaße werden da  zur Nebensache. Dafür rückt die Gesundheit in den Vordergrund: Wer regelmäßig Sport macht, baut besser Stress ab, ist ausgeglichener, achtet mehr auf seine Ernährung und fühlt sich insgesamt wohler in seinem Körper.
Fitness kann allerdings nur schwer verordnet werden – wichtig ist, dass jeder seinen Sport findet, mit dem er sich wohl fühlt. Sei es alleine oder in der Gruppe. Mit einer Fitness-App,  im Studio oder in der Natur. Nur wer Freude daran hat, bleibt auch dran.

Kurier-Redakteurin Laila Daneshmandi testet die neuesten Fitnessangebote regelmäßig für ihren Bodyblog.

(Kurier) Erstellt am
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