Die besten Methoden, um mit dem Rauchen aufzuhören

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Ein amerikanischer Bericht zeigt, wie’s am leichtesten geht.

Rund jeder vierte Österreicher raucht – Tendenz sinkend. In den vergangenen drei Jahren ist der Tabakkonsum hierzulande laut des EU-Statistikamts Eurostat um sieben Prozentpunkte zurückgegangen. Fast jeder zweite Raucher hat schon mindestens einmal versucht, mit dem Rauchen aufzuhören und ist gescheitert. Ein aktueller Bericht unabhängiger amerikanischer Experten zeigt nun auf, welche Methoden für den Zigarettenstopp am effektivsten sind.

Die besten Arten, der Gewohnheit den Garaus zu machen, sind demnach Verhaltensinterventionen. Dazu zählen Beratungen im Einzelgespräch, telefonische Beratung sowie Selbsthilfe-Methoden (z.B. mithilfe von Apps, Büchern). Auch Medikamente wie Nikotinersatz gelten als erfolgreicher Weg zur Rauchentwöhnung. Der Bericht wurde in den Annals of Internal Medicine veröffentlicht, einer amerikanischen Task Force zur Prävention im Gesundheitsbereich. Sie gibt evidenzbasierte Empfehlungen für unterschiedliche Gesundheitsthemen ab. Für den aktuellen Bericht analysierten die Experten Daten zum Rauchstopp.

E-Zigarette: zu wenig Daten

Für die E-Zigarette haben sie kein eindeutiges Urteil. Zwar glauben viele an ihre unterstützende Wirkung beim Aufhören, die amerikanischen Experten sind jedoch der Meinung, dass es zu wenig Informationen gibt, um E-Zigaretten für Raucher, die aufhören möchten, zu empfehlen. „Das heißt nicht, dass Ärzte Menschen nicht raten dürfen, E-Zigaretten zu verwenden. Es soll ihre Verwendung aber auch nicht befürworten. Es gibt einfach nicht genug Studien dazu“, sagt Albert Siu, Professor für Geriatrie und Palliativmedizin an der Mount Sinai School of Medicine und Vorsitzender der Task Force.

Eine amerikanische Erhebung zeigt zwar, dass 35 Prozent der Ärzte ihren Patienten, die mit dem Rauchen aufhören möchten, E-Zigaretten empfehlen. Allerdings gibt es laut Siu kaum Studien, die diese Empfehlung untermauern.

Die Verhaltensansätze und jene mit Medikamenten seien jedoch gut untersucht. Beratung und Selbsthilfe erhöhten laut dem Bericht die Wahrscheinlichkeit, aufzuhören, auf 13 Prozent. Medikamente, die als Nikotinersatz wirken, erhöhten die Aufhörraten auf 17 Prozent.

Ein Schwerpunkt des Berichts widmet sich schwangeren Frauen. Trotz der bekannten Risiken für das ungeborene Kind würde demnach eine von sechs Frauen während der Schwangerschaft rauchen. Ein Viertel der schwangeren Frauen rauchte auch in den drei Monaten vor der Befruchtung. Für sie haben Verhaltensinterventionen den größten Erfolg.

( kurier.at , ege ) Erstellt am 25.09.2015