Studenten in Srinagar, Indien, entzünden bei einer Gedenkveranstaltung zum Weltkrebstag (4.2.) Kerzen

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Weltkrebstag
02/04/2014

Bis 2025 jährlich 20 Millionen neue Krebserkrankungen

Die Weltgesundheitsorganisation rechnet mit starkem Anstieg der weltweiten Erkrankungszahlen. In Österreich geht das Erkrankungs- und Sterberisiko zurück.

Bis 2025 könnten jährlich 20 Millionen Menschen weltweit an Krebs erkranken - rund 40 Prozent mehr als derzeit. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zum heutigen Weltkrebstag. In den kommenden zwei Jahrzehnten sei gar ein Plus von rund 70 Prozent möglich.


Im Jahr 2012 hatte es rund 14 Millionen Neuerkrankte gegeben, heißt es im Welt-Krebs-Bericht 2014, der von der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) in London vorgestellt wurde. Etwa 8,2 Millionen Menschen seien an Krebs gestorben. In den kommenden zwei Jahrzehnten werde die Zahl auf bis zu 13 Millionen steigen.
Zum Teil gehe der enorme Anstieg auf das prognostizierte Bevölkerungswachstum und die zunehmende Lebenserwartung zurück, heißt es in dem Bericht. Hinzu komme, dass die Menschen in wirtschaftlich aufstrebenden Ländern häufig schädliche Verhaltens- und Lifestyle-Gewohnheiten reicherer Staaten annähmen, etwa bei der Ernährung.

Maßnahmen gefordert

Die Regierungen weltweit müssten dringend mehr für die Vermeidung von Krebs tun, forderte die zur WHO gehörende Agentur. Man könne der wachsenden Zahl von Neuerkrankungen nicht allein durch Behandlung Herr werden. Unter anderem müssten die Gesetze zum Rauchen und zur Regulierung des Konsums von Alkohol und zuckerhaltigen Getränken verschärft werden.
„Die richtige Gesetzgebung kann gesundheitsbewussteres Verhalten fördern“, sagte Mitautor Bernard Stewart. Beim Rauchen seien durch höhere Steuern, Werbeverbote und andere Maßnahmen bereits Erfolge erzielt worden. Regierungen müssten mehr Möglichkeiten für Vorsorgeuntersuchungen schaffen. Außerdem sollten Übergewicht und Luftverschmutzung stärker thematisiert werden.


Verbreitetste Krebsform international war dem Bericht zufolge im Jahr 2012 der Lungenkrebs mit 1,8 Millionen Neuerkrankungen - ein Anteil von 13 Prozent. 1,7 Millionen Menschen (11,9 Prozent) erkrankten an Brustkrebs, 1,4 Millionen (9,7 Prozent) an Darmkrebs. Auch die meisten Todesfälle entfielen auf den Lungenkrebs: 1,6 Millionen Menschen starben 2012 daran, 800 000 Menschen an Leberkrebs, 700 000 an Magenkrebs.


Ärmere Länder seien dabei überproportional stark betroffen, hieß es. Etwa 70 Prozent aller Todesfälle durch Krebs träten in Afrika, Asien, Zentral- und Südamerika auf. Grund dafür sei vor allem, dass es dort nicht genug Möglichkeiten für eine frühe Diagnose gebe. Auch der Zugang zu Behandlung reiche nicht aus.

Situation in Österreich

Während vor 13 Jahren noch 37.137 Menschen in Österreich an Krebs erkrankt sind, waren es 2011 nur noch 37.067 Betroffene. Allerdings erlagen deutlich mehr Menschen ihrer Krebserkrankung im Jahr 2011 (19.992) als zehn Jahre zuvor (18.487), so die neuesten Krebsregisterdaten der Statistik Austria.

Berücksichtigt man die Veränderung der Altersstruktur (höhere Lebenserwartung) der österreichischen Bevölkerung und werden Risikofaktoren wie etwa der Lebensstil (Rauchen, Ernährung, etc.) hinzugerechnet, geht laut Statistik Austria allerdings das Risiko, an Krebs zu erkranken bzw. daran zu sterben, zurück. In einer derart "altersstandardisierten Gesellschaft" (gleichbleibende Altersverteilung) betrug der Rückgang der Neuerkrankungsrate bei Männern 20 Prozent und bei Frauen neun Prozent. Auch die Krebssterblichkeit war in den vergangenen zehn Jahren rückläufig, bei den Männern etwas stärker (minus 14 Prozent) als bei den Frauen (minus acht Prozent).

Die häufigsten Krebserkrankungen in Österreich bei Männern sind weiterhin Prostatakrebs, Lungenkrebs und Darmkrebs. Bei den Frauen waren die Brust, der Darm und die Lunge die häufigsten Lokalisationen von Krebserkrankungen.

Forscher haben bei Tests der Atemluft von Personen krebsspezifische Substanzen erkannt. Falls die noch nicht veröffentlichten Studienergebnisse halten, was die ersten Tests versprechen, könnten bald auch Biopsieverfahren (Gewebeentnahmen) bei der Krebsgeschwür-Diagnose der Vergangenheit angehören. Die sogenannten Carbonyle im Atem können dabei Aufschluss geben, ob verdächtige Veränderungen in der Lunge, die in der Computertomographie (CT) erkannt wurden, bösartig sind.

Erhöhter Gehalt

Die Maschine, welche die Atemluft auf vier krebsspezifische Substanzen testet, wurde an der Universität in Louisville, Kentucky, USA, entwickelt. Die Tests haben ergeben, dass ein erhöhter Gehalt bei drei von vier Carbonylen in 95 Prozent der Fälle die Diagnose Lungenkrebs ergab, während normale Niveaus dieser Substanzen ein nicht krebsartiges Geschwür in 80 Prozent der Fälle voraussagte.

Gemäß der Studie sank das Carbonyl-Niveau bei Krebspatienten nach einer Operation, bei der der Krebs entfernt wurde, auf ein normales Level. Den Vorteil dieser Diagnosemethode erklärt Studien-Autor Michael Bousamra: "Anstatt, dass Patienten anstrengende Biopsie-Prozeduren über sich ergehen lassen müssen, wenn ein verdächtiges Gewächs in der Lunge identifiziert wurde, zeigt unsere Studie, dass die ausgeatmete Luft allein genügt, um zu entscheiden, welcher der Patienten eine sofortige Operation benötigt."

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